ABC verweigert Al Gore einen Clean Energy Werbespot

Der US Fernsehriese ABC hat die Ausstrahlung eines Werbespots von Al Gores „We can solve it“ – Kampagne zum Thema Erneuerbare Energien abgelehnt.

Der Werbespot, der bereits auf anderen Sendern lief, fordert eine Umstellung der Energiepolitik der USA auf 100% Erneuerbare Energien in zehn Jahren.

https://www.youtube.com/watch?v=QmEUHeI7fzE

script:

The solution to our climate crisis seems simple.
Repower America with wind and solar.
End our dependence on foreign oil.
A stronger economy.
So why are we still stuck with dirty and expensive energy?
Because big oil spends hundreds of millions of dollars to block clean energy.
Lobbyists, ads, even scandals.
All to increase their profits, while America suffers.
Breaking big oil’s lock on our government …
Now that’s change.
We’re the American people and we approve this message.

Diese Politik wird inzwischen explizit von Barack Obama unterstützt, der in der zweiten Fernsehdebatte mit John McCain die Lösung der Energiefrage als eine der vordinglichsten Aufgaben beschrieb.

Sie können auf der Seite von WE per Mail an den Sender ABC protestieren. Mit heutigem Stand wurden über 200.000 Protestmails versandt.

CO2, sie nennen es Umweltverschmutzung, wir nennen es Leben

Die (bereits früher ausgestrahlte) Antwort der Öl- und Kohlelobby ist der berühmt-berüchtigte Spot „CO2 – They call it pollution, we call it life!“

https://de.youtube.com/watch?v=7sGKvDNdJNA

Big 5 : Öl-Gewinne größer als Bruttosozialprodukt Kanadas

Der Umsatz der 5 größten US Ölproduzenten fiel mit 1,5 Billionen US Dollar im vergangenen Jahr höher aus als das Bruttosozialprodukt von Canada.

EXXON Rekordgewinn

Alleine Marktführer EXXON erzielte im ersten Quartal 2008 den größten Firmenumsatz aller Zeiten: 11,68 Milliarden US Dollar.

Keinerlei Interesse an Alternativen Energien

EXXON hat im vergangenen Jahr 1 Prozent seiner 41 Milliarden Dollar Gewinn in die Sparte „Alternative Energien“ gesteckt.

Wer kann vor dem Hintergrund dieser harten Zahlen bestreiten, dass von Big Oil keinerlei Hilfe für eine vernünftige Energiepolitik zu erwarten ist?

Um es präziser zu sagen: Big Oil ist der Feind unserer energiepolitischen Zukunft.

Was also macht Big Oil konsequenterweise mit jemandem wie Al Gore? Nichts ist einfacher zu beantworten.

Ein Griff in die Portokasse genügt, um mit einigen mickrigen Millionen ein paar Dutzend „Forschungsinstitute“ hier und zahllose „Klimahysterie-Mahner“ dort zu bezahlen fördern.

Das geht recht erfolgreich sogar über drei Ecken bis hin zum meist falsch-, aber vielzitierten englischen Gerichtsurteil über Al Gores „Eine unbequeme Wahrheit“.

Auch die Russen spielen in diesem Bestechungs-Geschäft längst fleissig mit und lassen den tschechischen Präsidenten Vaclav Klaus als Anti-Gore-Frontmann hampeln.

Macht von EXXON & Co.

Exxon nur ein amerikanisches Problem?

Schon in 2006 berichtete der britische Independent von unscheinbaren Einflussnahmen seitens EXXON auf die Energiepolitik Brüssels und die öffentliche Meinung.

Dazu bedient sich EXXON vermeintlich seriöser Institute oder „think tanks“, die mit überschaubaren Beträgen „gesponsert“ werden:

The world’s largest energy company [Exxon]  is still spending hundreds of thousands of dollars to fund [finanzieren] European organisations that seek to cast doubt on the scientific consensus on global warming [die Zweifel an den wissenschaftlichen Ergebnissen zur globalen Erwärmung streuen sollen] and undermine support for legislation to curb emission of greenhouse gases [und die Unstertützung für eine Reduktion von Treibhausgasen untergraben sollen].

Data collated by a Brussels-based watchdog reveals that ExxonMobil has put money into projects that criticise the Kyoto treaty and question the findings of scientific groups [Geldspritzen, um wissenschaftliche Ergebnisse in Zweifel zu ziehen].

Environmental campaigners say Texas-based Exxon is trying to influence opinion-makers in Brussels because Europe – rather than the US – is the driving force for action on climate change [Exxon versucht in Brüssel anzusetzen, weil die Europäer im Gegensatz zu den Amerikanern die treibende Kraft in Sachen Aktionen gegen den Klimawandel sind].

Zwischen 1998 und 2005 sollen laut dem Independent für derartige Subventionen gegen den Klimawandel 19 Millionen Dollar geflossen sein. Wie viele „Politikberater“ mit zweifelhaftem Charakter dürften bereit sein, sich für sagen wir (zusätzlichen) 50 bis 200 Tausend Dollar pro Jahr in einen Nadelstreifenanzug zu werfen und mit entsprechender Botschaft ihre „Beratungen“ in die politische und mediale Sphäre streuen? Antwort: Beliebig viele. Rechenbeispiel: 19 Mio. : 100.000 = 190 (Berater-Mannjahre) : 8 Jahre (1998-2005) = 23 (Berater / „think tanks“ über 8 Jahre). Wie viel Desinformation können 23 „think tanks“ über 8 Jahre streuen? Eine rhetorische Frage…

Die Zahl dürfte ohnehin viel zu niedrig gegriffen sein, da es zum einen nicht nur um Exxon geht und zum anderen diesen Firmen ganz andere Wege der versteckten Finanzierung offen stehen.

So also gilt bis auf unabsehbare Zeit folgendes statement im Repower-America-Spot:

— Schlesinger

(Photo: thinkprogress)