Tschechiens Vaclav Klaus als Anti-Gore

Die „Internationale“ der Klimawandel-Leugner hat im tschechischen Präsidenten Vaclac Klaus ein Aushängeschild gefunden.

Klaus ist der Verfasser zweier Bücher, die den Klimawandel in Abrede stellen. Die angekündigten oder in Angriff genommen Maßnahmen gegen den Klimawandel sieht er als fundamentalen Angriff auf die Freiheit.

Der tschechische Präsident hat gerade die keynotes bei zwei Veranstaltungen der think tanks „The Heartland Institute“ und dem „Competitive Enterprise Institute“ gesprochen.

Bis zum Jahr 2006 wurden beide Institute von niemand anderem als Big Oil No. 1 namens EXXON finanziert. Man darf davon ausgehen, dass die Finanzierung inzwischen durch die Hintertür erfolgt. Insofern ist die Bezeichnung „think tank“ hochgradig irreführend. Propaganda-Institut trifft den Sachverhalt besser.

Der Finanzier der Klaus’schen Bücher im Russischen ist, welch Wunder – der russische Konzern Lukoil.

Klimawandel-Leugnung als Verschwörung anderer Art

Die Trennlinie zwischen denen, die den menschengemachten Klimawandel als gegeben ansehen und Schritte dagegen fordern und denen, die ihn als nicht bewiesen und Hysterie oder Schlimmeres abtun, ist unverändert dieselbe:

Erstere stützen sich auf die unglaubwürdige Wissenschaft. Letztere stützen sich auf vertrauenswürdige Aussagen, die von Big Oil bezahlt werden.

Warum diesen Zusammenhängen seitens der ansonsten recht rührigen VT-Gemeinde so wenig nachgegangen wird, ist erstaunlich. Obwohl es genau hier Futter ohne Ende gibt.
 

EXXON finanzierte und steuerte das britische Gerichtsverfahren zum Al Gore Film

Zunächst sah es nach David gegen Goliath aus: Stewart Dimmock, ein Lastwagenfahrer und Elternbeirat aus der Grafschaft Kent, zieht vor Gericht. Er will, dass „Eine Unbequeme Wahrheit“ von Al Gore nicht weiter an englischen Schulen gezeigt wird.
Der Kläger hat einen Teilerfolg erzielt: Dem Film wurden neun Mängel attestiert. Diese Mängel müssen künftig von den Lehrern angemessen kommentiert werden. Insbesondere dieses Ergebnis des Verfahrens wurde in den Medien ausgiebig ausgebreitet. Nur einige Zeitungen – wie zum Beispiel der Spiegel – berichteten umfassender.

In Wahrheit ist das Urteil viel mehr als Bestätigung, denn als Vorwurf an den Film zu sehen.

Das Hauptanliegen des Klägers, den Film aus den Schulen zu verbannen, wurde vom Vorsitzenden Richter mit den Hinweisen abgewiesen, dass
– der Film alles in allem zutreffen sei („broadly accurate“),
– die Grundaussage des menschengemachten Klimawandels zutreffend sei („climate change is mainly attributable to man-made emissions of carbon dioxide, methane and nitrous oxide (greenhouse gases)“) und
– die vier Hauptthesen des Films wissenschaftlich solide fundiert seien („four main scientific hypotheses, each of which is very well supported by research published in respected, peer-reviewed journals“,
(Quelle: https://business.timesonline.co.uk/tol/business/ law/corporate_law/article2633838.ece)

Richter Sir Michael Burton verwies sodann noch darauf, es sei hinlänglich bekannt, dass man es hier mit einem politischen Film zu tun habe, der gerade nicht rein wissenschaftlich betrachtet werden könne.

Mit anderen Worten: Der Film ist gerade nicht eine strikt wissenschaftliche Abhandlung, sondern eine Warnglocke, die man weithin hören soll. Diesen Zweck hat der Film erreicht. Nicht mehr und nicht weniger sollte derjenige fordern, der die aktuellen Ergebnisse der Klimaforschung akzeptiert, und der dabei das Dilemma anerkennt, diese Botschaft auch vermitteln zu müssen. Übrigens: Mindestens einige der neun Mängel waren zum Zeitpunkt der Filmproduktion auch in den wissenschaftlichen Kreisen noch nicht aktualisiert, so etwa zur Schneeschmelze auf dem Kilimandscharo.

Drahtzieher des Prozess

Wesentlich interessanter als der Prozess sind jedoch dessen Hintergründe. Nachforschungen des britischen „Observer“ zeigen, dass der David ein übergroßer Goliath ist.

Kläger Dimmock wurde von „New Party“ tatkräftig unterstützt. Deren Parteichef, Robert Durward, ist zugleich Inhaber von Cloburn Quarry Limited, einer schottischen Tagbau- und Granitfirma und bekannter Kritiker in Fragen der globalen Erwärmung. Cloburn Ltd. hatte zwischen 2004-2006 rund 1 Million britischer Pfund an die „New Party“ gespendet. In 2004 gab es zur Erstellung eines gefälligen Klima-Berichts enge Kontakte mit dem „George C. Marshall“ Institut in USA, das seinerseits von keinem geringeren als EXXON Oil gegründet wurde. (https://education.guardian.co.uk/ higher/news/story/0,,2190996,00.html Artikel „Revealed: the man behind court attack on Gore film / Fuel and mining magnate backed UK challenge to An Inconvenient Truth“)

Wäre EXXON Oil (um dem Tenor des „Observer“ zu folgen), die seit vielen Jahren pseudo-wissenschaftliche Studien zum Thema Klimawandel über Umwege in Umlauf bringen lässt, zu irgendeinem Zeitpunkt an einer offenen Diskussion interessiert gewesen, hätten ihr – oder jeder beliebigen andere Firma, Person oder Institution – öffentliche wissenschaftliche Foren zur Verfügung gestanden.
Was hindert einen „Klimawandel-Skeptiker“ daran, seine Theorien etwa in einer angesehenen Fachzeitschrift zur Diskussion zu stellen? Selbstverständlich dies: Die Argumente würden einer präzisen Erörterung nicht stand halten.
Das aber wäre der „worst case“ für alle Öl-, Rüstungs- oder Kohlegiganten: Sich einer öffentlichen Debatte zu stellen und im Anschluß daran offiziell einräumen zu müssen, dass es den menschengemachten und damit von ihnen mit zu vertretenden Klimawandel gibt. Alleine diese Perspektive ist mehr als Grund genug, sich andere Wege der Einflußnahme zu suchen.

Den Weg über englische LKW-Fahrer zum Beispiel. Sieht nach Robin Hood aus. War aber der Sheriff von Nottingham, äußerst wirksam verkleidet als Robin Hood.

— Bigdaddy