Lemmy Kilmister über IDIOTEN wie Bush

Fast hätte man vergessen, was ein waschechter Rock’n’Roller ist. Zum Glück gibt es noch Lemmy Kilmister von Motörhead.

Kilmister hat der Süddeutschen Zeitung ein Interview gegeben, das sich gewaschen hat.

Na ja, Interview trifft es nicht ganz. Das war es nur über die erste Hälfte, dann hat Kilmister den Fragesteller an die Wand geplättet und ihm whiskeyschlürfend in die Feder diktiert, was ihm gerade so in den Sinn kam.

Der SZ-Widerstand war vollkommen zwecklos, das war wie der forsche Versuch der Georgier, den Russen was weiszumachen. Oh Mann, ich wäre ungern an der Stelle des SZ-Manns gewesen. Kilmister verspeist unvorsichtige Journalisten zum Frühstück, bloß um sein Sodbrennen vom Whiskey loszuwerden.

Wer also noch nicht wußte, was genau einen Altrocker ausmacht, muss nur den Artikel in der SZ lesen und erhält Antworten auf alle Fragen, auch solche, die ihm nie eingefallen wären. Lacher gratis!

Soll keiner meinen, ein Säufer und Drogenkonsument wie der Sänger von Motörhead wäre völlig vernebelt im Oberstübchen. Zwischen all dem witzigen Macho-Gerede kiebitzt mit schöner Regelmäßigkeit ein wacher Geist raus.

Stolz – Großes Thema

Zur Frage, wie er seinen ebenfalls nicht engelsgleichen Sohn von Heroin abhalten konnte, meint Kilmister:

„Freundlichkeit und Ruhe bewahren“,
„an die Würde appellieren“, denn
„Bei der Würde werden wir alle weich.
Vor allem junge Leute.
Stolz – großes Thema.“

Bitte: Zuviel versprochen? So viel Klugheit in so einem knappen Satz bringen die meisten handelsüblichen Steuerzahler nicht zusammen.

Cheers, Blaise Pascal

Denn das, was Kilmister da über Stolz sagt, hat kein Geringerer als Blaise Pascal (1618 – 1662) ganz ähnlich in seinen „Gedanken“ formuliert – da Stolz und Eitelkeit Zwillingsbrüder sind:

Derart ist die Eitelkeit im Herzen der Menschen verankert, dass ein Soldat, ein Koch, ein Dieb sich rühmen und Bewunderer haben wollen; und selbst die Philosophen wollen sie. Und die, die dagegen schreiben, wollen den Ruhm, gut geschrieben zu haben; und die , die sie lesen, wollen den Ruhm, sie gelesen zu haben; und ich, der ich dies schreibe…

Zur Frage, wie man einen Idioten erkennt, erklärt Lemmy, Idioten umgebe eine „servile Freundlichkeit“ und „zur selben Zeit etwas Umtriebiges. Es umgibt sie zugleich dieses Unerwünschte“ und das löst bei „Sensibelchen wie ihm“ natürlich „das Unwohlsein“ aus.

Was ein typisches Beispiel für einen solchen Idioten sei?

„Na, das berühmteste ist natürlich Bush.“

Sogar andere schon sehr große Idioten hielten den für den größten Idioten des Universums.

Rassistische Mamasöhnchen killen Obama ?

„Ich meine, hier, dieser Obama ist ein smarter Halunke, oder? Mach‘ mir Sorgen um ihn.“

Ob Obama gefährdet sei?

„Natürlich.“

Warum?

„Amerika ist randvoll mit rassistischen Mamasöhnchen, die keinen mehr hoch kriegen.
Für die ist ein schwarzer Präsident, den die schicken weißen Mädchen vom Rodeo Drive gut finden, die größte Provokation der Welt: John F. Kennedy und Martin Luther King in einer Person?
Amerika ist sehr schön. Simbabwe ist auch sehr schön. Verstehen Sie?“

Tja Lemmy, falls Du mal keine Lust mehr hast aufs Musik machen, kannste gleich mit politischen Essays im Rolling Stone loslegen. Die nehmen Dich garantiert.

Zum Schluß meint Kilmister, über dem Interview soll nicht „Kilmister über Moral“stehen, sondern „Kilmister über Idioten“. Das würde so deutlich besser aussehen.

Ein smarter Halunke, dieser Kilmister.

— Bigdaddy

(Photo: tschörda)