Bush muss wegen Mordes angeklagt werden

Bislang haben es die Vereinigten Staaten von Amerika schändlicherweise nicht zustandegebracht, George W. Bush wegen Amtsmißbrauchs, Rechtsbeugung, Mißachtung der Verfassung und Beginn eines völkerrechtswidrigen und auf Lügen basierenden Kriegs des Amtes zu entheben.

Amtsenthebung ist de facto nicht die angemessene Strafe für George W. Bush und seinen spiritus rector Dick Cheney.

Man hat versucht Bill Clinton wegen eines lächerlichen sexuellen Fehltritts des Amtes zu entheben.

Bush und Cheney haben Hunderttausende auf dem Gewissen, und sehen bis dato seelig ihrem Ruhestand entgegen.

Das lässt dem ambitionierten und überaus erfolgreichen amerikanischen Bezirksstaatsanwalt Vincent Bugliosi (District Los Angeles) keine Ruhe. Bugliosi hat in 104 von 105 Fällen gewonnen.

Amtsenthebung alleine reicht nicht.

„Amtsenthebung alleine wäre ein Witz angesichts dessen, was Bush getan hat.“ (V.B.)

„Perhaps the most amazing thing to me about the belief of many that George Bush lied to the American public in starting his war with Iraq is that the liberal columnists who have accused him of doing this merely make this point, and then go on to the next paragraph in their columns.

Only very infrequently does a columnist add that because of it Bush should be impeached. If the charges are true, of course Bush should have been impeached, convicted, and removed from office.

That’s almost too self-evident to state. But he deserves much more than impeachment.

I mean, in America, we apparently impeach presidents for having consensual sex outside of marriage and trying to cover it up.

If we impeach presidents for that, then if the president takes the country to war on a lie where thousands of American soldiers die horrible, violent deaths and over 100,000 innocent Iraqi civilians, including women and children, even babies are killed, the punishment obviously has to be much, much more severe.

That’s just common sense. If Bush were impeached, convicted in the Senate, and removed from office, he’d still be a free man, still be able to wake up in the morning with his cup of coffee and freshly squeezed orange juice and read the morning paper, still travel widely and lead a life of privilege, still belong to his country club and get standing ovations whenever he chose to speak to the Republican faithful.

This, for being responsible for over 100,000 horrible deaths?*

For anyone interested in true justice, impeachment alone would be a joke for what Bush did.

„Apparently its okay for George Bush to take this nation to war on a lie, to be responsible, criminally responsible for well over 100,000 deaths, but it’s not okay to prosecute him. Not only isn’t it okay to prosecute him, it isn’t even okay to talk about prosecuting him. This is unbelievable what’s going on in this country. How can we have a country where they permit a president to do what he did and they do absolutely nothing to him except to try to protect him?“

Vincent Bugliosi

Sehen Sie hier den Vortrag von mr. Bugliosi zu seinem Vorhaben (Video).

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Angela Merkel reicht dem mutmaßlichen Mörder die Hand

Unterdessen ließ sich Bundeskanzlerin Angela Merkel von Bush auf seine „Ranch“ in Crawford einladen, und hat dort offenkundig gut gelaunt ihre innige Freundschaft bei Spare Ribs bekundet.

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin:

Ihre gesamte bisherige Verhaltensweise gegenüber George W. Bush ist die ultimative Veranlassung für humanistisch gesinnte Bürger, in politischen Zynismus zu verfallen.

Immerhin: Sie reichen einem des Mordes höchst Verdächtigen lächelnd die Hand. Es geht dabei nicht um die illusorische Vorstellung, man könne oder solle den USA die kalte Schulter zeigen. Es macht aber einen gehörigen Unterschied aus, ob man business as usual betreibt, oder ob man sich „ehrenhalber“ auf die Privatranch einladen läßt, um dort kumpelhaften Umgang zu pflegen. Ansonsten haben Sie doch auch keine Probleme, gewissen Dingen wegen „Terminschwierigkeiten“ aus dem Weg zu gehen.

Wie erklären Sie das?

Oder wissen Sie jenseits der Worthülsen nicht, was genau es mit dem „war on terror“ auf sich hat? Vorgestern zeigte Phönix die erstklassige Dokumentation „Taxi zur Hölle“. Wer immer noch nicht wußte, was konkret „verschärfte Verhörmethoden“ bedeuten, konnte sich dazu ein Bild machen. Und davon, wie unzählige Unschuldige in dieses mörderische, von Bush, Cheney und Rumsfeld konstruierte Räderwerk gerieten und sprichwörtlich „zermalmt“ wurden.

https://www.youtube.com/watch?v=fKp38QHAaLs

So wurde unter anderen der junge Taxifahrer Dilawar nachweislich unschuldig auf der Airbase Baghram zu Tode geschunden. Er starb gewissermaßen an einer Überdosis „rauher Verhörmethoden“. Was in der Schule jedem Lausebengel als „Pferdekuss“ bekannt ist – ein sehr schmerzhafter Schlag mit dem Knie gegen den seitlichen Oberschenkel – wurde neben anderen schwerwiegenden Mißhandlungen bei Dilamar bis zum Exzess praktiziert. Den Verhörspezialisten taten nach eigenen Angaben die Knie so weh, dass sie sich abwecheln mussten.

So stand im Pathologiebericht der US Militärztin als Todesursache: „Mord“. Als klinischer Befund war zu lesen: Schwerste Traumata im gesamten, vor allem unteren Körperbereich. Beinmuskulatur zu Brei geschlagen. („pulperized“)

Der Grund dafür waren keinesfalls einige entgleiste US Soldaten, wie später von Rumsfeld behauptet wurde. Nein: Die präzise funktionierende Befehlskette von Bush über Rumsfeld bis zu den ausführenden Soldaten vor Ort war und ist der Grund für diese Maschinerie des Schreckens.

Die Regierung Bush hat zugunsten des erlogenen Krieges gegen den Irak darauf verzichtet, mit Osama Bin Laden et. al. die wahren Gegener zu verfolgen. Statt dessen hat sie eine Hexenjagd vom Zaun gebrochen, gegen die sich die McCarthy-Jahre harmlos ausnehmen. Der Preis ist ungeheuerlich groß: Mit jedem Mißhandelten und Getöteten – und davon gab und gibt es sehr, sehr viele – haben sich die USA eine Armee von Todfeinden geschaffen. Das erst ist der wahre Sieg des Bin Laden.

Bush hat aus einer Terrorzelle eine Terrorbewegung gemacht.

Die Berufszyniker im rechts-/konservativen Spektrum zucken mit der Achsel und sagen, die Islamisten sind seit je unsere Todfeinde, also konnte Bush gar nichts falsch machen.

Berufszyniker.

— Schlesinger

(Photo: Scoop CC Lizenz)

PS.: Bugliosi war der Staatsanwalt im Fall des berühmt-berüchtigten Mörders Charles Manson.