90 Prozent sind mit schwarzem Präsidenten einverstanden

Eine Umfrage der Washington Post / ABC News Poll erbrachte das erstaunliche Ergebnis, dass fast neunzig Prozent aller Befragten mit einem schwarzen Präsidenten einverstanden wären („be comfotable with a black president„).

Das sind doppelt so viele, als mit einem Präsidenten einverstanden wären, der sein Amt im Alter von 72 Jahren erstmals antreten würde (Hinweis: Ebensowenig wie bei der Frage nach dem schwarzen Präsidenten der Name Obama genannt wurde, wurde bei der Frage nach dem 72-jährigen der Name McCain genannt).

Das ist zunächst ein gutes Signal hinsichtlich der Überwindung der Rassenschranken. Es ist aber noch kein perfektes Omen für Barack Obama.

Denn: Über die Hälfte der Weißen hält Obama für eine „riskante“ Wahl („risky choice“)für das Präsidentenamt, während zwei Drittel McCain für eine „sichere Wahl“ halten („safe pick“).

In mehreren Umfragen führt Barack Obama zwar insgesamt, aber verkürzt man die Umfrageergebnisse auf die Wähler, die wahrscheinlich auch zur Wahl gehen, läuft es derzeit noch auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen hinaus.

Interessanterweise ist ausgerechnet dem rechtskonservativen Sender FOX zuzuschreiben, dass sich die amerikanische Öffentlichkeit in den vergangenen Jahren an einen schwarzen Präsidenten gewöhnen konnte.

In der seit Jahren in mehreren Staffeln laufenden Serie „24“ rechnet der Superagent Jack Bauer (gespielt von Kiefer Sutherland).  Der Präsident als oberster Befehlhaber („commander-in-chief“) wird dargestellt von der Filmfigur David Palmer, einem Schwarzen. Palmer macht so gut wie alles richtig und kontrastierte damit zum amtierenden weißen Präsidenten George W. Bush.

Die neue Folge läuft ab morgen auf Pro 7 an. Da aber Jack Bauer die harten Verhörmethoden bis hin zur Folter wohnzimmertauglich machte, will ich gar nicht dafür werben. Sollte „24“ aber Barack Obama mit ermöglichen: Na ja, Schwamm drüber.

— Schlesinger

(Photo: Wa-J)