Obama und Clinton: Kein Händchenhalten mit Big Oil

benzin_preis.jpgTrotz globaler Erwärmung deutet einiges darauf hin, dass sich die Ölindustrie in den USA langsam warm anziehen muss.

Ohne sich von einem demokratischen Präsidenten Wunder zu erhoffen, dürfte er oder sie sich von dem schweren Erbe systematischer Begünstigungen der Ölindustrie rasch losmachen wollen. Angesichts von Benzinpreisen um die 4 Dollar pro Gallone – für amerikanische Verhältnisse astronomische Höhen – ist dieses Thema längst veritables Wahlkampfthema.

In den vergangenen Jahren erhielt die Ölindustrie Steuererleichterungen in Milliardenhöhe – und dies in Zeiten fabelhaft gestiegener Unternehmensgewinne.

EXXON meldete für das Jahr 2007 den höchsten Unternehmensgewinn aller Zeiten:

40,6 Milliarden Dollar Gewinn (nach Steuer, netto)

Die britisch-niederländische Royal Dutch Shell vermeldete einen Gewinn von 27,5 Milliarden Dollar.

Clinton warf Präsident George W. Bush kalt an den Kopf, er sei zu sehr mit Händchen-Halten mit den Saudis beschäftigt, als sich der Energiefrage zu widmen:

„The president is too busy holding hands with the Saudis to care about American truck drivers who can’t afford to fill up their tank any longer“

Am Dienstag fand erneut eine Anhörung vor dem Kongress statt, in der sich Vorstände der Ölunternehmen rechtfertigten mussten. Immer mehr Abgeordnete verlangen, die Steuererleichterungen von Bush rückgängig zu machen. Sie seien nicht verträglich mit den Gewinnen der Ölunternehmen.

Der Vizepräsident von EXXON, Stephen Simon, warnte dabei sogleich vor solchen Strafmaßnahmen, da sie die Innovationswilligkeit der Industrie schmälern und damit die Energieversorgung gefährden würden:

„Imposing punitive taxes on American companies will discourage the investments needed to safeguard our energy security“

Obama möchte die Ölfirmen in einen Fond für Erneuerbare Energien kostenmäßig einbeziehen:

Obama proposes a $150 billion investment over 10 years in clean energy and an 80 percent reduction in carbon emissions over 40 years.

Ja, die Innovationsfreude von Shell & Co. Die Innovationen dürften sich in den Tropenholz-Wandvertäfelungen der Vorstandsetagen finden.

— Claudia

Das „Schwarzbuch Öl“:

Video: Der Öl-Crash

Die Abrechnung eines Sonderbeauftragten der Vereinten Nationen, Jean Ziegler, mit den Kartellen: