Peanuts – Die Kosten des Kriegs im Irak

Das mangelnde Vorstellungsvermögen des Menschen. Ist es Fluch oder Trost? Der Neandertaler, der bekanntlich noch in uns steckt, hatte ein begrenztes Aufnahmevermögen. Dinge, die räumlich, zeitlich oder von den Dimensionen her zu groß waren, passten nicht so recht zu seinem Auffassungsvermögen. Passen nicht so recht in unser Auffassungsvermögen.

Davon profitieren Oberprimaten – nicht: Oberprimaner – wie George W. Bush, Dick Cheney und dgl. Sie können in größten Dimensionen operieren und sich fast sicher sein, dass es das Publikum nur mit ungläubigem Staunen hinnimmt.

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Der Gemeinsame Haushaltsausschuss des Kongress unter Leitung von Senator Chuck Schumer legte nun einen Bericht vor, dessen Zahlen man weder fassen kann, noch glauben möchte.

Entgegen den bisherigen – schon ausreichend schockierenden – Nennungen über ca. 870 Milliarden Dollar ist nun von 1,3 Billionen Dollar bis Ende 2008 die Rede. Eine „konservative Schätzung“, wie Schumer betont.

Die Kosten für einen Kriegstag entsprechen den Kosten für 58.000 Kinder in einem einjährigen Vorschulprogramm.

Oder den Studiengebühren für 160.000 Studenten aus einkommensschwachen Familien für 1 Jahr.

Oder den jährlichen Löhnen & Gehältern für 14.000 zusätzliche Polizisten.

Oder ….

Pro Tag.

Lieber Herr Hilmar Kopper oder soll ich sagen Lieber Herr ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, dagegen sind die von Ihnen als „Peanuts“ bezeichneten 50 Millionen, die diverse Handwerker im Zuge der Insolvenz des Jürgen Schneider abzuschreiben hatten, nun wirklich genau das: Peanuts.

Übrigens. Diese Vergleiche beziehen sich nur auf die tatsächlichen Kriegskosten von 340 Milliarden Dollar im letzten Jahr. Nicht auf die Gesamtsumme von 1,3 Billionen. Damit liesse sich geringfügig mehr machen.
Der Neandertaler in uns schützt uns davor, diese Zahlen als etwas Reales zu akzeptieren. Nur gut.

— Bigdaddy

Hier das Dokument: schumer_cost_of_war.pdf