George W. Bush ähnelt Erich Honecker

Bevor man in das benachbarte Auditorium ging, um George W. Bushs Rede zum jährlichen Dinner der republikanischen Gouverneure zu hören, gab es für die 1400 Gäste köstliche gegrille Shrimps, Frühlingsröllchen und Krabbenchips.

Bush zeigte sich einmal mehr in bester Laune und war voller Zuversicht, dass im nächsten Jahr erneut ein Republikaner ins Weisse Haus einziehen werde. Mehr noch. Der nächste Präsident dürfe nicht allein gelassen werden, weshalb man das Repräsentantenhaus und den Senat wieder in republikanische Hand bringen müsse. Dasselbe gelte für die Bundestaaten, versteht sich.

Bush resümiert: „here’s no question in my mind, with your help, 2008 is going to be a great year.“

Dazu werde er in der ihm verbleibenden Amtszeit alles erforderliche tun, um im Irak zu einem Sieg zu kommen. Der nächste Präsident müsse diese Strategie fortsetzen, alles andere wäre eine enorme Bedrohung für die Sicherheit der Vereinigten Staaten.

Die gute Laune und der gewaltige Optimismus des George W. Bush angesichts einer ernsthaften Krise in den USA, die sich in schwachen Wirtschaftszahlen, gesunkenen Realeinkommen, einer veritablen Immobilienkrise, einem äußerst belastenden Krieg und einer fehlenden Perspektive für die Nation insgesamt darstellt, erinnert in fataler Weise an den späten Erich Honecker, der bis zuletzt ernsthaft daran glaubte, er würde von derBevölkerung geachtet und geliebt.

So meinte denn auch George W. Bush:

„When I say I’m confident, I am so because I understand the mentality of the American people.“

Würde er die Mentalität seiner Landsleute verstehen – und respektieren – würde er im Ausland um politisches Asyl nachsuchen. So aber erleben die USA und die Welt den grotesken Abgang des ersten Mannes der Vereinigten Staaten, der den Bezug zur Bevölkerung fast vollständig verloren hat. Das hat Dick Cheney zwar auch, aber Cheney sieht es und es lässt ihn mehr als kalt. Was gab er zur Antwort, als er gefragt wurde, wie er zu seinen Kritikern stünde? „Ich bin Vizepräsident – die nicht.“

Die Häppchen wenigstens haben sich gelohnt. Für den republikanischen Wahlkampf wurden über 10 Millionen Dollar gespendet.

— Mark