Hillary Clinton muss hoch pokern

Nach der demütigenden Serie von Niederlagen musste sich Hillary entscheiden.

Ein einfacher „Weiter so“ würde nicht funktionieren, denn seitdem Obama viel zu erfolgreich in Hillarys Revieren wildert, ist kein Verlaß mehr auf das bisherige Stammklientel: Die Älteren, die Ärmeren und die Latinos.

Warum beginnt dieses Klientel zu ihrem Gegner Obama überzulaufen? Gewiß nicht aus rationalen Erwägungen. Die politischen Pläne Clintons liegen mit größerer Präzision auf dem Tisch als die des jungen Charismatikers.

Nein, es ist diese Aura des Neuen, des ganz anderen, des nach vorne gerichteten, die nun in gewissem Sinn jedermann, jede Frau und jede Gruppierung ansteckt. Nach acht Jahren Bush ist das die größtmögliche psychologische Kehrtwende, die auf einer politischen Bühne denkbar ist.

Nach den bleiernen Bush-Jahren verspricht Obama so etwas wie landesweites Wohlfühl-Schnurren. Ein Beispiel gefällig? Nehmen Sie dies hier aus der Latino-Ecke:


Könnte Hillary mit so viel Lebensfreude,
mit der Aura Obamas,
mit dessen Rhetorik,
mit seinem rednerischen Schwung mithalten?
Nein.
Sie hat nur diese eine Chance: Sie muss den Nimbus zerstören. Erst dann werden die Wähler vielleicht wieder mehr auf ihr konkretes Politikangebot sehen.

Hillary muss die Negativ-Karte spielen.

Damit hat sie just begonnen. Sie unterstellt Obama eine fast ins lügenhaft gehende Fehldarstellung ihrer Gesundheitspolitik und schmettert ihm von ferner Wahlkampftribüne entgegen: „Schämen Sie sich, Senator Obama!

Seine Wahlkampfbeiträge, unterstellt sie, kämen inzwischen aus obskuren Winkeln à la Karl Rove.

Sie versucht sich in rhetorisch nicht ganz gelungener Weise über die „Hope“ und „Yes we can“ Reden Obamas lustig zu machen – und sieht dabei unfreiwillig komisch aus, hört sich beinahe hysterisch an.

Hillary pokert. Pokert hoch.

Ob sie der bessere Präsident wäre? Ich weiß es nicht. Ihre Strategie mißbillige ich.

Weicht Barack Obama diesen Angriffen geschmeidig aus,
dürfte sich Hillary Clinton selbst ins Abseits stellen.

Hier einige US Blogbeiträge zur jüngsten Angriffsrhetorik Hillary Clintons:

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I’ve finally come to my senses after watching this implosion –
I’m now supporting Hillary Clinton because SHE’S the realist,
Hope of a better day=Bad…
bitching about it=good…got it?
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It’s appropriate she is in high school acting like a freaking juvenile
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In the New York Times yesterday (Sunday) there is an editorial piece comparing how Mrs. Clinton’s campaign to the Bush Administration’s Iraq quagmire. The similarities are astounding and convinces me SHE IS NOT THE CANDIDATE READY ON DAY ONE.
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Clinton seems to think that we owe her the presidency, and the we should just ‚trust‘ her to negotiate with the special interests she knows so well.
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I wonder who told Hillary she’d get votes by telling people how stupid they are.
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Is she the wicked queen from Snow White? „Mirror, mirror on the wall who’s the fairest one of all?“ She must have been really shocked to see Obama staring back at her! Have some class Hillary, get off the stage.
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— Mark