Wunschliste von George W. Bush an den Weihnachtsmann

Lieber Weihnachtsmann,

Das Jahr war ganz in Ordnung und ich habe versucht, alles richtig zu
machen. Aber Du weißt, dass es immer viele Leute gibt, die einem das
Leben schwer machen. Ich denke, dass es machen Landsleuten von mir vor
allem an Vertrauen fehlt. Ich bin der Präsident und weiß, was für mein
Land am besten ist. Manche Entscheidungen treffe ich auch nicht leichten
Herzens. Aber ich bin auch Commander-in-chief und muss das Böse
hierzulande und andernorts bekämpfen. Das ist nicht immer einfach. Das
soll keine Entschuldigung sein, aber deshalb bleiben manche Dinge
liegen, für die ich einfach keine Zeit habe. Ich dachte, Du könntest das
übernehmen. Hier also meine Wünsche:

(1) Bitte baue New Orleans wieder auf. Niemand will das in die Hand
nehmen, obwohl ich viel dazu gesagt habe. Die Leute sind manchmal sehr
träge. Aber das kennt man ja vom Süden.

(2) Mein Programm "No Child Left Behind" hat trotz des wohlklingenden
Namens keinen rechten Erfolg (außer für die Umfrageinstitute, die wir
großzügig mit verschiedenen Projekten bedacht haben). Bitte hierfür ein
paar Elfen abstellen.

(3) Friede im Nahen Osten. Ich weiß nicht genau, ob Dein Schlittenzug in
Gaza willkommen ist oder in Jerusalem – vielleicht solltest Du von der
Klagemauer weg bleiben, da werfen sie manchmal mit Steinen -, aber
irgend jemand, der noch nicht ganz konfus ist von den Verhältnissen
dort, könnte wirklich helfen. Condoleezza und ich haben wirklich viel
versucht, aber die Leute sind sehr uneinsichtig. Condi sagt, nach "Iraqi
Freedom" könnten wir nicht noch ein "Palastine Freedom" in Angriff
nehmen. Sie hat bestimmt recht.

(4) Bitte viel Schnee gegen diesen sogenannten Klimawandel hinterlassen!
Dieses Thema ärgert mich wirklich. Gerade haben wir furchtbare
Winterstüme im mittleren Westen, aber meine Landsleute haben den
Verstand verloren durch die ganzen unverantwortlichen Redensarten von Al
Gore und den anderen. Ich mag Eisbären auch und finde die Antarktis auch
zauberhaft schön. Wie soll es aber mit unserer Wirtschaft weiter gehen,
wenn EXXON nicht bald noch mehr in Naturschutzgebieten bohren darf oder
General Motors nicht weiterhin 6-Liter-Motoren bauen darf? Dick – mein
Vizepräsident lässt mich ihn beim Vornamen nennen ! – sagt, wir dürfen
da kein Risiko eingegen. Die Wirtschaft weiß am besten, was gut ist für
die Wirtschaft. Das leuchtet mir ein.

(5) Iglus. Ich hätte gerne ein paar Zehntausend davon. Durch die
Immobilienkrise haben viele Amerikaner ihre Häuser verloren. Ich habe
das im Fernsehen gesehen und es erschüttert mich sehr. Dick hat mir
verboten, weiter fern zu sehen, weil es mich zu sehr aufregt. Ich finde
aber, dass Iglus über den Winter eine sehr gute Sache wären, und
romantisch dazu.

(6) Lass Präsident Musharraf ein wenig dankbar sein. Wir haben ihm schon
über 5 Milliarden Dollar gegeben, aber ich glaube, er nimmt nicht alles
für den Kampf gegen den Terror. Das sagen mir meine Berater. Wie kann
man nur so undankbar sein? Meine Landsleute geben mir seit Jahren ein
viel-, viel, vielfaches davon, und ich, bin ich nicht unendlich dankbar
dafür? Doch, bin ich!

Ich muss jetzt zu Bett gehen und vor dem Einschlafen mein
Gute-Nacht-Gebet sprechen. Der liebe Gott ist ein bisschen stolz auf
micht, glaube ich. Ich auch.

PS.: Bitte sei nicht böse, dass ich die ganzen Plätzchen schon gegessen
habe.

Dein George

— Mark