Das Neueste von KARL der "Mistblüte" ROVE


Photo: White House (public domain)

„Speckbäckchen“ Rove, der „Mythos“ (wie er sich selbst nannte), oder einfach auch nur „Mistblüte“ – wie der langjährige Berater des Präsidenten offenbar von George W. Bush bisweilen neckisch-liebevoll genannt wurde, scheint ein von Natur aus verlogener Hund zu sein.Sein jüngstes Husarenstück besteht in nichts weniger als dem Versuch, die Geschichte für den Irakkrieg umzuschreiben. Er besitzt die sagenhafte Chuzpe zu behaupten, die Demokraten im Kongress hätten den Präsidenten dazu genötigt, unbedingt vor den anstehenden „Midterms“ (Wahlen Ende 2002) eine Entscheidung zum Irak herbei zu führen:

Rove im Original, denn nur so kommt die volle Poesie der Lüge zur Geltung:

There was an election coming up within a matter of weeks. We thought it made it too political. We wanted it outside the confines [Begrenzungen] of it. It seemed to make things move too fast. There were things that needed to be done to bring along allies and potential allies abroad […]“.

Das Ganze drohte angesichts der bevorstehenden Wahlen zu politisch zu werden? Besser als Arianna Huffington kann man darauf nicht antworten: „Too political? For Karl Rove? That’s like saying something was too bloody for Count Dracula.

Die USA wollten sich mehr Zeit nehmen, um Verbündete um sich zu scharen? Das ist das Neueste, hatten sich die USA gerade dadurch ausgezeichnet, möglichst niemanden außer den üblichen verdächtigen Hilfswilligen einzubeziehen.

Respekt, Karl, Du alte Mistblüte, das ist ein echter jaw-dropper (da fällt einem die Kinnlade herunter). Na ja, oder auch doch nicht. Du warst auch schon besser. Irgendwie scheinst Du doch schon zur alten Garde zu gehören, die nicht wirklich begriffen hat, dass in Zeiten des Internets zwar alles schnell behauptet und erlogen, aber auch alles recht zügig widerlegt werden kann.

Bedauerlicherweise kann man ausgerechnet auf der Webseite von – ähem – www.whitehouse.gov nachlesen, dass George W. Bush der Antreiber in Sachen Entscheidung war.

Natürlich ist längst 1000fach anderweitig belegt, dass Bush seinem Land und dem Rest der Welt den Krieg mit 1001 Lügen „verkauft“ hat (außer Schröder & Chirac: Danke!), aber dass die Widerlegung dieser allzu dreisten Rove-Behauptung doch ausgerechnet über die Seite des Weissen Hauses stattfindet, hat seinen ganz eigenen Charme

Zitat George W. Bush, 13.09.2002, 6 Monate vor Beginn des Irakkrieges:

My answer to the Congress is, they need to debate this issue and consult with us, and get the issue done as quickly as possible. It’s in our national interests that we do so. I don’t imagine Saddam Hussein sitting around, saying, gosh, I think I’m going to wait for some resolution. He’s a threat that we must deal with as quickly as possible.
www.whitehouse.gov

Und dann fallen Rove sogleich die alten Verbündeten in den Rücken. Der ehemalige Pressesprecher Bushs, Ari Fleischer, der seinem Herrn stets treu zu Diensten war und alle Desinformation loyal verbreitet hat, meinte zur Behauptung Roves: „It was definitely the Bush administration that set it in motion and determined the timing, not the Congress,“ he said. „I think Karl in this instance just has his facts wrong.“ Uups!

Oder der ehemalige Stabschef Bushs, Andrew Card, der seinerzeit auch nicht zimperlich war, was die irreführende Begründung des Irakkriegs anbelangte (Man erinnere sich an sein berühmt-berüchtigtes „You don’t introduce new products in August!“ Das Produkt hieß seinerzeit „Durchsetzung eines Kriegs gegen den Irak“ im Vorfeld der anstehenden Midterm-Wahlen), Card also meinte jetzt im Fernsehinterview unter Lachen: „sometimes his mouth gets ahead of his brain.

Wie meinte kürzlich ein US Blogger: „How do you spell Rove? This way: L – I – A – R

Die Mistblüte, sie scheint langsam zu verdorren.

— Schlesinger