Klimawandel & Welternährung: Politik muss schneller takten

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Klimawandel ist ein Problem. Das akzeptieren diejenigen, die mit der Arbeitsweise der Wissenschaft etwas anfangen können. Der Rest denkt Mittelalter – respektive gar nicht – oder guckt Container-TV, oft in dieser Kombination.

Klimawandel ist eine relativ neue Erkenntis. Die Antworten müssen gleichermaßen rasch wie fundiert kommen. Dabei kommt es zu Fehltritten, wie zuletzt am Beispiel Sigmar Gabriels zu sehen war. Das ändert gar nichts an der Notwendigkeit, effiziente Antworten liefern zu müssen.

Welternährung ist ein Problem. Es war eins, bevor Biosprit erzeugt wurde. Nun scheint sich das Problem auch durch Biosprit zu potenzieren.
Die Preisexplosion im Agrarsektor hat jedoch zahlreiche Ursachen. Biosprit gehört dazu, ist aber keinesfalls allein verantwortlich. Der Klimawandel trägt schon heute seinen Teil zur Verschärfung des Problems bei.

Zahlreiche Länder fordern aktuell eine radikale Reform der Agrarwirtschaft:

Einfache Bauern zahlen den Preis

Der industrielle Intensivanbau in Monokulturen und mit gentechnisch veränderten Pflanzen habe zwar die Produktion gesteigert, schreiben die Experten. „Aber einfache Bauern, Arbeiter, ländliche Gemeinden und die Umwelt müssen den Preis bezahlen.“ Der Weltlandwirtschaftsrat fordert deswegen die Umstellung auf eine „multifunktionale“ Landwirtschaft, die den Erhalt und die Erneuerung der natürlichen Ressourcen wie Wasser, Böden, Wälder und Artenvielfalt in den Mittelpunkt rückt.

Streitthema Bio-Kraftstoff

Auch die zunehmende Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen zur Erzeugung von Bio-Treibstoffen etwa in Europa oder Brasilien kritisierten die Experten. Biosprit habe einen gewissen gesellschaftlichen Nutzen, drohe aber weiter zum Hunger in der Welt beizutragen, warnte Calvo.

Völlig undienlich zur Lösung dieser gewichtigen Probleme sind die Unkenrufe der Zyniker. Wie titelte kürzlich ein größeres Medium zum Thema Gletscherschmelze in der Arktis? „Ein Stück Eis bricht dort weg, wo ohnehin zuviel ist, und die BILD malt den Weltuntergang.“ In diesem Medien-Fall sind die einen wie die anderen nur Schreihälse, die sich ausschließlich um die message, nicht aber um eine Lösung kümmern.

In Zeiten der Globalisierung und der größeren Komplexität bleibt der Politik nichts anderes übrig, als in ihren Erkenntnissen und in ihren Lösungen schneller zu takten. Man würde ihr das Moore’sche Gesetz gönnen, wonach sich die Leistungsfähigkeit der Prozessoren alle zwei Jahre verdoppelt.

Gabriels Fehler waren Fehler, auch aufgrund unzulänglicher intern und extern erlangter Informationen. Ganz einfach. Die Häme der Automobilisten, Verbandsholzköpfe und Klima-Ignoranten darf man getrost überhören. Wer Häme ausgießt, will schließlich nichts mehr als das: Häme ausgießen.

Wer nicht zur Lösung der Probleme beitragen will – gehört mit zum Problem.

— Bigdaddy

Ach, was nun die Taktung anbelangt: Angela Merkel mit Pentium Inside. Das wärs.

(Photo: Tornado / pingnews.com - Flickr CC)