Hisbollah : Geldwäsche in Deutschland

Geldwäsche der Hisbollah
Gebrauchtwagen von Hisbollah?

Hisbollah: Widerstand gegen Israel

Zu Beginn war die Hisbollah nur eine kleine militärische Miliz im Süden des Libanon. Richtig ist: Sie wurde von Anfang an vom Iran unterstützt. Richtig ist auch: Sie hat sich gebildet, weil Israel 1982 in den Libanon einmarschiert ist.

Israel wollte die palästinensische Befreiungsorganisation PLO bekämpfen, die sich im Libanon breit gemacht hatte. Die Schiiten im Libanon haben das anfangs begrüßt, weil sie die PLO als Eindringlinge angesehen haben.

Aber die Besatzung Israels hat sich unterschiedslos gegen alle nicht-christlichen Bevölkerungsgruppen des Libanon gerichtet. Die Schiiten haben sich Israel als Befreier erhofft und als Unterdrücker erlebt. Die israelische Armee ist im Jahr 2000 – nach 18 Jahren Besatzung – so schmachvoll aus dem Libanon abgezogen wie seinerzeit die USA aus Vietnam.

Verlängerter Arm des Iran

Teheran hat früh erkannt, dass es die schiitische Miliz als Verbündeten aufbauen und nutzen kann. Man kann zurecht sagen, dass die Hisbollah im Gegensatz zur Hamas unter keinen Umständen zu einem Frieden mit Israel bereit ist.

Längst verfügt die Hisbollah über so enorme militärische und finanzielle Ressourcen, dass sie die Geschicke des Libanon in weitaus größerem Umfang bestimmt, als es dem Bevölkerungsanteil der Schiiten entspricht.

Das nötige Geld bekommt die Hisbollah aus zwei Quellen. Vom Iran bekommt sie offenbar Beträge zwischen 100 bis 700 Millionen Dollar pro Jahr. Die andere Einnahmequelle sind illegale Geschäfte aller Art: Drogenhandel, Prostitution, Waffenschmuggel, Glücksspiel, Kreditkartenfälschung.

Schätzungen sprechen von Umsätzen in Höhe von einer Milliarde Dollar jährlich.

Hisbollah als weltweite Mafia

In diesen Geschäften ist die Hisbollah so gut geworden, dass sie ihr Mafia-Geschäft inzwischen weltweit betreibt, so zum Beispiel auch in Canada, Venezuela oder den USA.

Wie jede organisierte Kriminalität muss auch die Hisbollah Mittel und Wege finden ihr Geld zu waschen.

Dabei hat sie besonderen Gefallen an Deutschland gefunden.

Hisbollah in Deutschland

In Deutschland lässt sich Geld aus zwei Gründen leicht waschen. Erstens: Man kann beliebig große Summen Bargeld ausgeben für den Kauf von Autos, Schmuck oder Immobilien. Zweitens: Das deutsche Rechtssystem verlangt größte Präzision für Beweismaterial.

Ein Mittelsmann der Hisbollah, der zum Schein ein Restaurant betreibt, einen Döner-Stand oder eine Reinigung, hat durch das viele Bargeld auch viele Möglichkeiten die Bücher so zu fälschen, dass die Geldwäsche nur schwer zu entdecken ist.

Besonders beliebt ist der Gebrauchtwagenhandel. In den USA wurde im Jahr 2011 eine libanesische Bank angeklagt, Geld über den Gebrauchtwagen-Tarnfirmen in Höhe von 240 Millionen Dollar gewaschen zu haben. Pro Monat.

Hierzulande gibt es ein weiteres Handicap, effizient gegen die Geschäfte der Hisbollah vorzugehen. In Europa wird nur der miltärische Flügel der Hisbollah als Terror-Organisation eingestuft, nicht aber der politische. Das beschränkt die verfügbaren Mittel deutscher Strafverfolger.

Im Vergleich zu den mafiösen Geschäften der Schiiten-Miliz sind die jährlichen anti-israelischen Al-Kuds-Veranstaltungen auf deutschem Boden, die leider auch durch die Versammlungs- und Meinungsfreiheit geschützt sind, ein geringes Übel. Auch diese Veranstaltungen dürften von Teheran und der Hisbollah unterstützt sein.

Deutsche Politik machtlos

Was jedem normalen Bürger einer deutschen Großstadt ins Auge springt scheint der Politik verborgen zu bleiben. Auf den größeren Straßen, die ein „Publikum“ bieten, finden regelmäßige Schau-Fahrten frisierter Oberklasse-Fahrzeuge statt, in denen scheinbar immer dasselbe Klientel sitzt.

Dieser Tage konnte ich das Schauspiel mehrfach am Berliner Ku’Damm genießen. Schrill lackierte Porsches, Maseratis oder Flunder-Audis röhren mit voller Beschleunigung von einer Ampel zur nächsten. Bemerkenswert: Die Polizei-Streife hat das kein bisschen interessiert.

Eins dieser Fahrzeuge – wie fast immer gelenkt von einem goldkettenbehangenen muskulösen Macho – trug das Logo eines libanesischen Restaurants. Man sagte mir das Hummus dort sei sehr gut.

Seehofer schont Hisbollah

Von Innenminister Horst Seehofer darf man nicht zu viel erwarten. Denn Seehofer hat ein grundsätzliches Problem mit seinem Amtsverständnis.

Seehofer sagte vor nicht allzu langer Zeit, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. So spricht ein Minister, der das Grundgesetz entweder nicht kennt oder aus populistischen Gründen ignoriert. Denn in Artikel 4 heißt es:

Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.

Der Islam ist die Religion eines Moslems, so wie der Buddhismus die Religion eines Buddhisten und der Judaismus die Religion eines gläubigen Juden ist. Nicht zu sprechen von den vielen Atheisten in Deutschland. Seehofer müsste demnach einheitlich falsch sagen: Buddhismus und Judaismus gehören nicht zu Deutschland.

Tatsächlich müsste aber Seehofer und jeder deutsche Minister sagen: All diese Religionen gehören zu Deutschland, sofern nur ein Gläubiger hier lebt. Denn das entspricht dem Geist des Grundgesetzes, und das ist gut so.

Was Innenminister Seehofer kraft Amtes sehr wohl tun sollte, ist die Bürger Deutschlands vor Extremismus zu schützen. Dabei ist unerheblich, ob der Extremismus politisch oder religiös motiviert ist.

Dieser Aufgabe will Horst Seehofer nicht so recht nachkommen. Schon mehrfach wurde er aufgefordert ein Verbot der Hisbollah auszusprechen. Dazu sieht er sich anscheinend nicht in der Lage.

Der Verfassungsschutz – schon wieder der Verfassungsschutz! – unterstützt ihn dabei: Die Hisbollah sei hierzulande „zurückhaltend und gewaltfrei„. So gewaltfrei eine weltweit operierende Mafia eben sein kann.

Horst Seehofer weiß, von wem die wirklichen Gefahren drohen: Von den Flüchtlingen. Das hat schon immer die Populisten dieser Welt ausgezeichnet: Feige zu sein vor den echten Problemen und sich mit Hurra auf die zu stürzen, die sich nicht wehren können.

Rücksicht auf den Iran

Offenbar macht die deutsche Regierung denselben Fehler wie die Regierung Obama. Sie ist unbedingt daran interessiert, den Atom-Deal mit dem Iran aufrecht zu erhalten. Das ist im Grunde nicht falsch.

Doch Obama ging dafür so weit, Untersuchungen und Maßnahmen im eigenen Land zu behindern, die gegen die Machenschaften der Hisbollah vorgehen wollten.

So wie die Dinge stehen, macht die Regierung Merkel dasselbe wie Obama.

Gerade ist Außenminister Maas in Teheran. Er macht gut Wetter, um die Konfrontation zu vermeiden. Das ist allemal besser als die dumpfen Drohungen eines Trump.

Aber: Man darf nicht annehmen, dass Maas in aller Schärfe protestiert gegen die Machenschaften der Hisbollah in Deutschland und Sanktionen androht, falls sich das nicht ändert.

Passen Sie bitte in Zukunft auf, bei wem sie essen gehen, einen Gebrauchtwagen kaufen oder Ihre Wäsche reinigen lassen.

Und fragen Sie sich, warum es beim googeln nach „Seehofer Hisbollah“ keine Treffer gibt.

— Schlesinger

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