Oslo Attentäter Anders Behring Breivik: Auch von Henryk M. Broder motiviert?

Der Irre Breivik, der in seinem Wahn fast hundert Menschen getötet hat, war offenkundig getrieben von Wahnvorstellungen, sein Land würde von Linken, Liberalen und Muslimen bedroht.

Seine kranken Ansichten hat er in einem über 1500-seitigen Manifest dargelegt, das er nach eigenen Angaben in über drei Jahren zusammen geschrieben hat:

Das Manifest des Anders Behring Breivik (aka Andrew Berwick)
Das Manifest des Anders Behring Breivik (aka Andrew Berwick)

 

In diesem Manifest kommt dem bekannten deutschen „Islamkritiker“, vehementen Israel-Verteidiger und Publizisten Henryk M. Broder eine möglicherweise nicht unwesentliche Rolle zu.

Der wird mit einer seiner zahllosen islamfeindlichen oder islamkritischen – je nach Lesart – Äußerungen wie folgt widergegeben:

Der Aufruhr gegen die Mohammed – Karikaturen als islamistische Generalprobe des Angriffs *

As German journalist Henryk Broder put it[1] after the 2006 riots over the Danish cartoons of Muhammad:

„Objectively speaking, the cartoon controversy was a tempest in a teacup.

But subjectively it was a show of strength and, in the context of the ‚clash of civilisations,‘ a dress rehearsal for the real thing.

The Muslims demonstrated how quickly and effectively they can mobilise the masses, and the free West showed that it has nothing to counter the offensive — nothing but fear, cowardice and an overriding concern about the balance of trade.

Now the Islamists know that they are dealing with a paper tiger whose roar is nothing but a tape recording.“

„Die Vergewaltigung Europas“ **

2.89 The Rape of Europe – emigration of indigenous Europeans?

The German author Henryk M. Broder recently told the Dutch newspaper De Volkskrant (12 October) that young Europeans who love freedom, better emigrate.

Europe as we know it will no longer exist 20 years from now. Whilst sitting on a terrace in Berlin, Broder pointed to the other customers and the passers-by and said melancholically: “We are watching the world of yesterday.”

Broder is convinced that the Europeans are not willing to oppose Islamisation.

“The dominant ethos,” he told De Volkskrant, “is perfectly voiced by the stupid blonde woman author with whom I recently debated. She said that it is sometimes better to let yourself be raped than to risk serious injuries while resisting. She said it is sometimes better to avoid fighting than run the risk of death.”

Der Attentäter hört Broder: Europa wird unbewohnbar! (da vom Islam überrannt)

Europe is turning Muslim.

As Broder is sixty years old he is not going to emigrate himself. “I am too old,” he said. However, he urged young people to get out and “move to Australia or New Zealand. That is the only option they have if they want to avoid the plagues that will turn the old continent uninhabitable.”

Breivik: Wie Broder fürchte ich dass sich die Westeuropäer schon unterworfen haben

People who are not prepared to resist and are eager to submit, hate others who do not want to submit and are prepared to fight. They hate them because they are afraid that the latter will endanger their lives as well. In their view everyone must submit.

This is why they have come to hate Israel and America so much, and the small band of European “islamophobes” who dare to talk about what they see happening around them. West Europeans have to choose between submission (islam) or death.

I fear, like Broder, that they have chosen submission – just like in former days when they preferred to be red rather than dead.

Nach allem was man bisher über den Attentäter Breivik weiß, fügt sich das nahtlos in dessen von Verfolgungswahn geprägte Welt: Der Islam ist mitten dabei das christliche Abendland zu überrennen.

Und – so liest Breivik seinen „Mitstreiter“ Broder – niemand unternimmt etwas dagegen, schon gar nicht die gefährlich naiven Linksliberalen, die – so wird Broder wiedergegeben  – sich lieber physisch vergewaltigen liesen als den Gefahren zu widerstehen!

Dem musste Breiviks Auffassung nach ein Riegel vorgeschoben werden.

Geleitet von einem christlich-fundamentalistischen Weltbild, das bestätigt und bekräftigt wurde von sich öffentlich harmlos gebenden „Islam-Kritikern“ wie Broder hat er seinen Worten nun entsetzliche Taten folgen lassen.

Selbstverständlich sind die Äußerungen eines Broder nicht ursächlich für die Morde in Norwegen.

Doch ebensowenig ist von der Hand zu weisen, dass das fortgesetzte Schüren von Ängsten wie es von Selbstdarstellern wie den Sarrazins, Broders oder Wilders betrieben wird zu einer Atmosphäre beiträgt, die den einen oder anderen labilen Charakter darin bekräftigen mag, diesem ewigen Reden endlich Taten folgen zu lassen. Denn freiwillig werden die Muslime ja nicht abziehen, freiwillig werden die Linken, Gutmenschen und Liberalen nicht abrücken von ihrem gefährlichen „Multikultimarxismus“ (Breivik). Man muss ihnen ein bisschen nachhelfen, nicht wahr?

Die Theoretiker des Hasses werden sich freilich sorglos geben und alle Verantwortung von sich weisen.

Sie haben schliesslich nur ihre Ansichten kundgetan.

Nur gemahnt, gewarnt.

Wer konnte schon wissen, wer ahnen, gar vorhersehen… Schrecklich, nicht wahr?

Ja. Schrecklich.

— Schlesinger

PS.: Sein Manifest schließt Breivik mit „With the assistance from brothers and sisters in England, France, Germany, […]“

PS2: In einem Kommentar stand eine verblüffend einfache Erklärung: Breivik hat Broder „benutzt“. Bleibt für das mutmaßliche Mißbrauchsopfer Broder zu hoffen, dass es sich mit einer Verleumndungsklage gegen Breivik schadlos halten kann, sonst wird das Mißbrauchte noch für einen üblen Volksverhetzer gehalten.

PS3: Auf dem Spiegelfechter gibt es eine aufschlußreiche Definition des Charakters von H.M.Broder: “

Broderline-Persönlichkeitsstörung

Henryk Milhouse Broder und der Antisemitismus, dies ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Ein wortgewaltiger, aber nicht eben mit intellektuellem Hintergrund beschlagener Publizist wie Broder, wäre ohne die Antisemitismus-Diskussion nur ein rechtspopulistischer Schreihals unter vielen. Keine Einladung in Talkshows, keine Anstellung beim SPIEGEL, keine lukrativen Autorenverträge, keine Preise, keine Aufmerksamkeit. Der größte Trick, den Broder je gebracht hat war die Welt glauben zu lassen, es ginge ihm um das Thema Antisemitismus. Der Begriff Antisemitismus ist für Broder jedoch vielmehr ein Kunstgriff, um seine Gegner mundtot zu machen und seine ständig wechselnden politischen Vorstellungen gegen jegliche Kritik zu verteidigen.

PS4: Unnötig zu sagen, dass es sich bei dem „Irren“ Breivik höchst wahrscheinlich nicht um einen Geisteskranken handelt – wie so viele Blätter nahe legen wollen – , sondern um einen kaltblütigen Mörder, der genau wußte was er tat und dies aus Überzeugung tat.

PS5: Immer noch sehr prägnant die Charakterisierung Broders in der Jüdischen Zeitung:

Broder stinkt nur noch rum. Kritiker sind für ihn schnell «Hobby-Antisemiten, Judenreferenten und alternative Sesselpupser».

Broder hat eine bedauerliche Wandlung vom großmäuligen Stilisten zum ressentimentgesteuerten Ätzer durchgemacht.

Statt klarer Gedanken sind es primitive Reflexe, die in beinah jedem seiner Sätze gegen ihn verwendet werden können.

Es hat etwas Vergebliches.

Ein älterer Mann will fortwährend provozieren und mischt doch nur Mediendreck auf.

* Die Ausführungen dieses Absatzes wurden von Breivik aus dem „Brussels Journal“ übernommen. Da sie sich in seine Weltanschauung fügen hat er sie in sein Manifest übernommen.

** Wie zuvor: „Brussels Journal„.

 

Related articles