Hillary Clinton schürt Kriegsangst

Bislang war ich zufrieden damit, dass sich beide Anwärter der Demokraten deutlich von Präsident George W. Bush unterscheiden und sich erkennbar von den republikanischen Kandidaten abgrenzen.

Aus einer Reihe von Gründen favorisiere ich seit einiger Zeit Barack Obama gegenüber Hillary Clinton. Damit soll gesagt sein, dass hinreichend Gründe vorlagen, Hillary Clinton Respekt für ihre bisherige Arbeit und den größeren Teil ihrer bisherigen Kampagne zu zollen, unbeschadet von Kritik im Detail.

Damit ist es nun vorbei.

Hillary Clinton ist kein Konkurrent mehr. Sie ist Gegner.

In Anlehnung an den langjähringen Spindoctor (sehr frei übersetzt: Strippenzieher oder besser noch Verleumndungskünstler) von George W. Bush, Karl Rove, kann man angesichts ihrer jüngsten Schmier- und Drohkampagnen nur noch von der Rovisierung der Clinton-Kampagne sprechen.

Hillary Clinton greift in ihrer Not und in zynischer Fortführung der Bush-Politik auf das äußerste Mittel zurück, um die Wähler hinter sich zu zwingen:

Sie droht mit dem Szenario, was wohl im Falle eines (Nuklear-) Kriegs wäre, wenn nicht sie, sondern ein anderer Oberbefehlshaber wäre.

In ihrem jüngsten Wahlkampfspot, der auf die wichtigen anstehenden Wahlen in Texas und Ohio abzielt, sieht man das friedliche Bild schlafender Kinder. Ein Telefon klingelt. Der Sprecher souffliert: Was wäre, wenn um drei Uhr nachts im Weissen Haus das Telefon klingel, weil „etwas“ in der Welt passiert ist. Wen möchten die Wähler das Telefon abnehmen sehen? Jemanden, der die Führer der Welt kennt, der über Erfahrung verfügt, oder… ?

https://www.youtube.com/watch?v=M70emIFxETs

Das ist weit jenseits aller akzeptablen Strategie.

Mögen sich die Wähler davon abwenden und sie dafür abstrafen.

Shame on you, Hillary Rodham Rovian Clinton!

Hier die gute Replik von Barack Obama, der sehr gut darauf verweist, dass:

  1. Er im Gegensatz zu Hillary gegen den Krieg war
  2. man sich mehr um Afghanistan kümmern muss, da von dort aus die Anschläge von 9/11 kamen
  3. es bei einem fiktiven Telefonat nicht auf „Erfahrung“, sondern schlicht auf kluge Einschätzung ankäme

https://www.youtube.com/watch?v=879o1_pxO0c

In einer ad-hoc-Pressekonferenz kritisierten Senator Richard Durbin, General Tony McPeak und der frühere Navy Staatssekretär Richard Danzig die Aussage von Clintons Video.

„The question is not whether you can wake up at 3 a.m. and answer the phone,“ sagte McPeak. „That’s pretty easy.“

Durban meinte: „It isn’t a matter of just who is picking up the phone,“ said Durbin. „It’s about getting the right answer.“

Der schärfste Kritiker des aktuellen Spots von Hillary Clinton ist Bill Clinton.

Hier seine Haltung zum Thema „Angst schüren“.
Ein Auszug aus einer Rede im Wahlkampf 2004, in dem er den damaligen Kandidaten John Kerry gegen George W. Bush unterstützte:

Es hat ein langes Gedächtnis, das Internet.

— Schlesinger

PS.: Teile des Clinton-Videos wurden aus altem Filmmaterial produziert. Casey Knowles, eines der dargestellten Mädchen, das inzwischen 17 Jahre alt ist, ist heute eine erklärte Obama-Anhängerin.