Vertreibung der Beduinen in Palästina geht weiter

Wie sagte schon der frühere israelische Ministerpräsident Levi Eschkol zur Strategie, sich das ganze Palästina aneignen zu wollen? Hektar um Hektar, Ziege um Ziege.

Genau das geht auch heute munter weiter. Und es geht sprichwörtlich um Ziegen.

Im Jordantal wird seit langem die schleichende Vertreibung der Beduinen betrieben.

Das Vorgehen ist meist dasselbe: Die israelische Besatzungsarmee erklärt einen Bereich willkürlich zum militärischen Sicherheitsbereich, wenn sie Beduinen antrifft, die mit ihren Ziegen und Schafen umher ziehen.

Nachfragen seitens der Schäfer werden entweder unwirsch beantwortet, oder die Soldaten und Soldatinnen der „moralischsten Armee der Welt“ werden gleich handgreiflich.

Was will ein Ziegenhirte auch gegen eine Patrouille machen, deren Soldaten mit ihren M-16 Gewehren herum fuchteln?

Nichts. Also treiben die Bedouinen ihre Herde weiter und hoffen darauf, dass sie irgendwo bleiben können.

Ethnische Säuberung in Israel

Die Menschenrechtlerin Ilana Hammerman hat das dieser Tage wieder beobachtet:

Die ethnische Säuberung der Beduinen von allen Orten, die Israel erreicht, ist ein äußerst finsteres Kapitel in der Geschichte des Landes, und die Aktion ist noch nicht beendet – sie geht weiter in der Wüste Negev, in den Bergen südlich von Hebron, südlich von Jerusalem und im Jordantal.

Das haben wir an diesem Tag von den israelischen Soldaten gelernt, die nun ihren Jeep in der Nähe der Stelle parkten, an der sie den Hirten und seine Herde vertrieben haben, nun auf den Sitzen lungerten, ihre Beine ausgestreckt, und ein Gewehr zwischen den Beinen.

— Schlesinger

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