Strache, Hofer, FPÖ und Israel

FPÖ, Strache, Hofer und Israel
FPÖ buhlt um Israel

Heinz-Christian Strache und Norbert Hofer haben einiges versucht, um ihre rechts-lastige FPÖ in Israel hoffähig zu machen.

Israels Premierminister Netanjahu hat kein Problem damit, rechte Parteien zu Israels Freunden zu zählen.

So nennt Netanjahu den ungarischen Ministerpräsidenten Victor Orban einen „echten Freund“ Israels.

Netanjahu hat auch die Nähe zu Brasiliens Rechtspopulisten Bolsonaro gesucht und gefunden. Bolsonaro nennt Netanjahu einen „guten Verbündeten, Freund und Bruder„.

Die innige Freundschaft zwischen Netanjahu und dem alles andere als demokratie-festen US Präsident Trump ist hinlänglich bekannt.

Netanjahu schätzt die guten Beziehungen zu China gerade deshalb, weil Pekings Wirtschaftspolitik nicht an lästige Fragen geknüpft ist, zum Beispiel zur israelischen Besatzung des Westjordanlands.

Diese Nachsicht gegenüber fragwürdigen Regimes hat einen gemeinsamen Nenner. Israel läuft seit langem Gefahr, sich wegen seiner Politik gegenüber den Palästinensern international zu isolieren. Um diese drohende Isolation abzuwenden lässt sich Netanjahu auf solche Zweckbündnisse ein.

Netanjahu lehnt FPÖ ab

Diese Nachsicht gilt nicht für die österreichische FPÖ.

Der israelische Boykott der FPÖ geht ins Jahr 2000 zurück. Damals warnte Ministerpräsident Ehud Barak vor einem bevorstehenden Regierungseintritt des damaligen FPÖ-Chefs Jörg Haider und sagte, das sei ein

äußerst beunruhigendes Signal für jeden einzelnen Juden auf der Welt

An diesem Boykott hat sich bis heute nichts geändert.

Heinz-Christian Strache und dessen Parteifreund Norbert Hofer haben nach der Ära Haider einiges versucht, um Israel günstiger zu stimmen. Beide haben mehrere Reisen nach Israel unternommen und versucht, möglichst hochrangige Kontakte zu knüpfen.

Mit diesen Versuchen sind Strache und Hofer nicht weit gekommen, auch wenn sie versucht haben die Bedeutung ihrer Besuche durch Mogeleien aufzuwerten.

Strache meinte auch sein Image durch einen Besuch der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem polieren zu müssen, aber bedeckte dabei sein Haupt nicht mit einem Hut oder einer Kippa, sondern seiner Burschenschaftsmütze.

In jüngerer Zeit hat nur der rechts-radikale Knesset-Abgeordnete, Siedler und Rabbiner Jehuda Glick das Gespräch mit den FPÖ-Oberen aufgenommen.

Die jüdische Gemeinde Österreichs will von diesen Annäherungsversuchen der FPÖ an Israel nichts wissen.

Heinz-Christian Strache ist aufgrund der Ibiza-Affäre zurückgetreten. In Jerusalem wird man froh sein, an der bisherigen Linie festgehalten zu haben.

Netanjahu ist gut beraten, daran nichts zu ändern. Straches Nachfolger Norbert Hofer mag konzilianter erscheinen als der Hau-Drauf Strache. In der Substanz dürfte Hofer nicht besser sein als sein Vorgänger.

Heinz-Christian Strache muß nach seinem Rücktritt nicht fürchten in die Armut abzurutschen. Im Ibiza-Video prahlte er nicht nur, mit Gold-Spekulationen viel Geld gemacht zu haben, sondern auch einen Diamantenhändler kennengelernt zu haben. Mit großer Wahrscheinlichkeit stammt der Diamantenhändler aus Israel.

— Schlesinger

Grafik: Eigene Collage zu einem aktuellen EU-Wahlkampf-Slogans der FPÖ auf Facebook.