Jüdische Übernahme von Ost-Jerusalem geht weiter

Proteste gegen Enteignung in Ost-Jerusalem
Proteste gegen Enteignung in Ost-Jerusalem

Israelische Studenten protestieren wieder in Sheik Jarrah.

Zuletzt war ich vor neun Jahren in diesem arabischen Osten von Jerusalem, um die Demo gegen die schleichende jüdische Übernahme des Stadtteils Sheik Jarrah zu beobachten.

Damals protestierte man noch im Wochentakt. Das hat dann nachgelassen.

Da war auf Seiten der israelischen Studenten viel guter Wille, viel Leidenschaft und ehrliche Empörung gegen die koloniale Politik des eigenen Landes.

Nur: Die Bevölkerung Israels hat zum größten Teil abgeschlossen mit dem Thema „Rechte der Palästinenser“. Schon vor langer Zeit.

Die jahrzehntelange Indoktrination rechter Ministerpräsidenten wie Ariel Scharon und Benjamin Netanjahu haben das „Feindbild Palästinenser“ zementiert.

Zur Zeit – im Januar 2019 -, werden also in Ost-Jerusalem weitere arabische Familien enteignet. Jüdische Siedler übernehmen ihre Gebäude.

Die Siedler zeigen selbstbewußt das Victory-Zeichen in Richtung der „linksversifften“ Studenten. Die Studenten werden nicht als Landsleute betrachtet, sondern als Feinde.

Ob die inzwischen 1 Jahrzehnt alte Botschaft der israelischen Studenten noch irgendwo gehört wird in den Israel-verliebten USA? In Deutschland? In Europa? In diesem „Westen“, der seine „Werte“ stets wie eine Monstranz vor sich her trägt?

Diese einfache Botschaft dürfte lauten: „Du sollst nicht stehlen“ oder „Alle Menschen haben ein Recht auf ihre Heimat“.

Nein. Diese Botschaft aus dem kolonialen Israel wird in den USA genauso verhallen wie in Deutschland.

In Deutschland ist längst alles krampfstarr vor der Drohung namens „Antisemitismus„.

— Schlesinger

Photo:
Demonstration in Ost-Jerusalem von Transatlantikblog ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Verlinkung – Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.