Israel kann nicht mehr links

Verzweiflung
Verzweiflung

Die Linken in Israel wollen nicht mehr links sein.

Was ist links?

„Links“ heißt pazifistisch sein, irgendwie zumindest.

Und Frieden suchen mit den Palästinensern.

Früher jedenfalls.

Beides ist nicht mehr gern gesehen.

Beides schadet bei den bevorstehenden Wahlen in Israel.

Schließlich möchte man Amtsinhaber Benjamin Netanjahu entthronen.

Daher hat die frühere Justizministerin Tzipi Livni (noch früher war sie Außenministerin der Regierung Olmert) zusammen mit der Arbeiterpartei eine neue politische Plattform geschaffen. Der Name:

Zionistisches Lager

Die Wähler sollen mit dem Allerwelts-Prädikat „zionistisch“ angelockt werden.

Das klingt nach Patriotismus und läßt den alten Pioniergeist anklingen.

Aber die Nutzung des Begriffs Zionismus mißfällt den politischen Gegnern.

Ronen Shoval von der rechtskonservativen Partei „Jüdisches Heim“ hat Klage beim Wahlausschuss eingereicht und protestiert.

Staatsfeinde Israels

Die Rechten bestehen darauf als gute Zionisten zu gelten. Und zwar allein.

Die Linken sollen keine Zionisten sein dürfen.

In Israel rückt der Begriff „links“ inzwischen in die Nähe von „Staatsfeind“.

— Schlesinger