Zitate David Ben-Gurion

Zitat Ben-Gurion Vertreibung der Palästinenser
Ben-Gurion zur Vertreibung der Palästinenser
Die Vertreibung der Palästinenser durch die jüdische Seite war nicht von vornherein geplant.
Doch spätestens seit 1936 nahm das Vorhaben immer konkretere Züge an.
David Ben-Gurion vor dem 20. Zionistischen Kongress in Zürich, 7. August 1937 :
Die Verdrängung der [arabischen] Bevölkerung hat bereits stattgefunden im Jezreel-Tal, in der Scharon-Ebene und an anderen Orten.[…]
Nun muss ein Transfer in einer ganz anderen Größenordnung erfolgen.[…]
Der Transfer der Bevölkerung ermöglicht uns ein umfassendes Siedlungsprogramm.“

Quelle: Revisiting the Palestinian exodus of 1948, Benny Morris, in: The War for Palestine, Rogan / Shlaim, Cambridge 2002, S. 43


Den Rest des Landes holen wir uns später

Am 5. Oktober 1937 schrieb Ben-Gurion an seinen Sohn Amos

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David Ben Gurion über die künftige Erweiterung Israels

Ich bin mir sicher wir werden auch in allen anderen Teilen des Landes siedeln, sei es durch ein Abkommen und einem beidseitigen Verständnis mit unseren arabischen Nachbarn oder auf andere Weise.
Wir errichten jetzt erst einmal einen jüdischen Staat, auch wenn er sich nicht über das ganze Land erstreckt.
Der Rest wird mit dem Lauf der Zeit kommen. Es muss kommen.

Quelle: Avi Shlaim, The Iron Wall, London, 2000,  S. 21


Vertreibung ist nicht unmoralisch

Vor der Exekutive der Jewish Agency sagte Ben-Gurion am 12. Juni 1938*

Ben-Gurion zur Vertreibung der Palästinenser
David Ben-Gurion: Vertreibung ist nicht unmoralisch

Ich bin für zwangsweise Umsiedlung.

Ich kann nichts Unmoralisches darin sehen.

In derselben Sitzung sagte Menahem Ussishkin, führender Zionist und damaliger Leiter des Jewish National Fund (JNF), es sei nichts Unmoralisches an der Vertreibung von 60.000 arabischen Familien.**

Und Berl Katznelson, damals engster Freund und Berater von Ben-Gurion: „Wir müssen uns auf einen umfassenden Transfer einigen.“**

*Quelle: Ilan Pappe, The Ethnic cleansing of Palestine, Oxford, 2007, Preface

**Quelle: Revisiting the Palestinian exodus of 1948, Benny Morris, in: The War for Palestine, Rogan / Shlaim, Cambridge 2002, S. 44


Ben-Gurion war lange Jahre Gegner einer aggressiven Haltung gegenüber den Arabern Palästinas. Es gibt viele Belegstellen die das zeigen. Zum Beispiel:

Die arabische Gemeinschaft in Palästina ist ein organischer, untrennbarer Teil des Landes. Sie ist in das Land eingebettet.

Die Araber bearbeiten das Land und werden bleiben.

Quelle: Shabtai Teveth. Ben-Gurion and the Palestinian Arabs – From Peace to War.  S. 5 f.

Doch spätestens mit den arabischen Unruhen von 1936 und den Ergebnissen der britischen Peel-Kommission von 1937 – die vorschlug Bevölkerungsteile zu verschieben -, wurde die Transfer-Idee unter Zionisten populär.

Schließlich wurde Ben-Gurion ein vehementer Befürworter der Vertreibung der Palästinenser. Ab 1947 ließ er das in die Tat umsetzen.

Im Unabhängigkeitskrieg von 1948 wurden rund 750.000 Araber aus den Gebieten vertrieben, die Israel besetzte. 800 arabische Dörfer wurden dem Erdboden gleichgemacht.


— Schlesinger

Eigene Übersetzungen aus dem Englischen.

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Photo Ben-Gurion: je Cohen Fritz (Wikimedia Public Domain)

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