Über diesen Blog

Der Transatlantikblog, der im Rahmen des US Wahlkampfes 2008 entstand und daher den Namen hat, bietet seit längerem hauptsächlich Beiträge zum Themenkreis

Israel und der Nahostkonflikt

Da es sich beim Nahostkonflikt bekanntlich um ein umstrittenes Thema handelt, soll etwas zur Motivation für diesen Blog gesagt werden.

Eins vorweg: Trotz aller folgenden Hinweise ist klar, dass mich einige als „Israel-Basher“ oder gar Antisemiten ansehen müssen. Warum? Weil sie nicht anders können. Die „Argumente“ eines Papst-Kritikers können von einem Mitglied des erzkatholischen Opus Dei auch nicht als Argumente, sondern nur als Teufelszeug angesehen werden. Gegen so eine Haltung gibt es keine Argumente, weil sie jenseits von Argumenten begründet ist. Nun zu meinen Motiven.

Motivation No. 1: Zufall.

Vieles im Leben geschieht aus Zufall.

Während meines Studiums habe ich ich in einer Buchhandlung ein Buch im Bestseller-Bereich der Kasse gesehen, dass ein Professor meiner Hochschule über den Nahen Osten verfasst hatte. Der Titel war „Israel“. Ich habe es aus Neugierde mitgenommen. Über Israel und den Nahen Osten wußte ich nichts. Aber da es ein Buch eines unserer Professoren war wurde ich neugierig. Kurzum: Ich habe es verschlungen. Deshalb begann mein Interesse an Israel.

Motivation No. 2: Begeisterung für das Land.

Damals hatte ich politisch eine unbedarfte Einstellung zum Nahostkonflikt. Sie dürfte nicht weit entfernt gewesen sein von dem, was viele hierzulande angenommen haben und wohl noch immer annehmen.

Ich habe mich sogar – peinlich genug zuzugeben – von dem schwülstig-romantisierenden Weltbestseller „Exodus“ von Leon Uris beeinflussen lassen und tatsächlich angenommen, der kleine David Israel stünde dem bösen arabischen Goliath gegenüber.

Daraus entstand eine gutgläubige Begeisterung. Begeisterung, wie das Wort schon beinhaltet, geht selten einher mit nüchterner Analyse.

Lange bevor ich diesen Blog begonnen habe, habe ich Israel bereist. Das  war in der Spätphase der Ersten Intifada. Mit der arabischen Welt habe ich wenig bis nichts anfangen können.

Ein Besuch der Holocaust-Gedenkstätte von Yad Vashem und der Haarschnitt vom damals 70-jährigen Friseur in Jerusalem mit eintätowierter Auschwitz-NummerKeine Sorge meen Jung, ich mache Dir eine scheene Frisur! – haben das Übrige getan, um mich vollkommen solidarisch zu machen mit Israel, das offenbar schon wieder unter existentieller Bedrohung gestanden hat.

Dazu kamen die unzähligen Eindrücke, die die historischen Stätten hinterlassen haben und die faszinierenden Landschaften: Meggiddo, Massada, die Wüste Negev, der See Genezareth, die alten Hafenstädte Akko oder Cäsarea, nicht zu sprechen von Jerusalem.

Die Quirligkeit von Tel Aviv läßt sich am besten mit Berlin vergleichen, weshalb es kein Zufall ist, dass seit einigen Jahren immer mehr junge (und ältere) Israelis Berlin besuchen oder für einige Zeit dort leben.

Wer gutes Essen und Trinken schätzt, muss Israel mögen (zumindest jenseits von Politik). In diesen wichtigen Genussfragen ähnelt Israel sicher mehr den Franzosen und Italienern als uns. Man lässt sich viel Zeit fürs Essen, zelebriert Essen, kocht gerne und vielfältig. Und seit Jahren werden in Israel Weine vom Feinsten gemacht. Wer wissen will, was Essen mit allen Sinnen heißt, soll ins Dr. Schakschuka nach Jaffa gehen (sollte es noch so gut sein wie damals).

Motivation No. 3: Tieferes Interesse für die Zusammenhänge.

Im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit las ich unter anderem die Tagebücher des Staatsgründers und ersten Ministerpräsidenten Israels, David Ben Gurion. Darin war einiges zu lesen, das in schroffem Widerspruch stand zu dem Bild Israels vom kleinen David, das ich zuvor hatte.

Spätestens beim Satz Ben Gurions – in einem Brief an seinen Sohn noch vor der Staatsgründung – „die Araber müssen weg„, und das sei „am besten zu bewerkstelligen durch einen Krieg„, bekam das alte Bild einen Riß.

Ich wollte mehr wissen.

Das Internet steckte erst in den Kinderschuhen, also suchte ich in einschlägigen Fachbüchern. Ich las einiges über die Anfänge des Zionismus und war erstaunt aus der Feder der Vordenker dieser Bewegung Weltanschauungen anzutreffen, die den kruden kolonialen Ansichten der Kriegsmächte des 19. Jahrhunderts in nichts nachstanden:

Den Privatbesitz der angewiesenen [arabischen] Ländereien müssen wir sachte enteignen.

Die arme Bevölkerung trachten wir unbemerkt über die Grenze zu schaffen, indem wir ihr in den Durchgangsländern Arbeit verschaffen, aber in unserem eigenen Lande jederlei Arbeit verweigern.

Das Expropriationswerk [= die Enteignung] muß ebenso wie die Fortschaffung der Armen mit Zartheit und Behutsamkeit erfolgen.

So der Begründer des „politischen Zionismus“ Theodor Herzl in seinem Tagebuch (Eintrag v. 12. Juni 1895).

Sehr aufschlußreich: Die zionistischen Einwanderer kamen mit dem ideologischen Gepäck ihrer Herkunftsländer nach Palästina. In diesem Gepäck befanden sich Nationalismus und Kolonialismus.

Ein Ausgleich mit den Arabern kam für viele gar nicht in Frage, habe ich erstmals gelernt. Die ideologische Grundlage dafür hatte Vladimir Jabotinsky gelegt, der Begründer des sogenannten Revisionismus. Er vertrat die Auffassung, man müsse die Araber militärisch so stark dominieren, bis sie einsähen dass ein Widerstand zwecklos sei und sie Frieden schliessen würden zu den Bedingungen, die ihnen vorgegeben würden. Das wurde bekannt unter dem Stichwort „Die eiserne Mauer„, benannt nach einem gleichnamigen Artikel Jabotinskys.

Die israelischen Ministerpräsidenten Menachem Begin oder Yitzhak Schamir waren ebenso erklärte Anhänger Jabotinskys wie die Generäle Moshe Dayan oder Yigal Allon.

Wer wie Ben Gurion, Golda Meir oder Benjamin Netanjahu nicht ausdrücklich erklärter Anhänger war, verfolgte und verfolgt interessanterweise trotzdem dieselbe Politik der „Eisernen Mauer“.

Nicht minder spannend: Die orthodoxen Juden in Palästina waren Anfang des 20. Jahrhunderts, also lange vor der Gründung Israels in 1948, äußerst skeptisch was die offensichtlich feindselige Politik der Zionisten gegenüber den Arabern anbelangte.

Die Orthodoxen wollten das gegenüber der damaligen Mandatsmacht England bekannt geben. Die Entsendung des Emmissärs Prof. Israel de Haan brachte den ersten innerjüdischen politischen Mord mit sich. De Haang wurde von einem Mitglied der militanten jüdischen Untergrundorganisation Haganah erschossen (Haganah: Vorgänger der späteren israelischen Armee).

Die de facto praktizierte Philosophie der Eisernen Mauer hatte von Anfang an einen gravierenden Nachteil: Nie konnte geprüft werden ob man neben den Arabern einvernehmlich in Palästina hätte siedeln können. Man setzte erklärtermaßen von vornherein auf eine Politik der eisernen Faust. Selbstverständlich wurde diese Doktrin nie zur offiziellen Politik gemacht…

Israel wurde 1948 von seinen arabischen Nachbarn überfallen. Israel stand im sogenannten Unabhängigkeitskrieg. Das ist jedoch nicht das ganze Bild. Die Darstellung vom vermeintlich heldenhaften Krieg von 1948 gerät in ein schiefes Licht wenn man erfährt wie die Haganah zuvor über lange Jahre hinweg Aufzeichnungen machte über die arabischen Dörfer und Städte, Wasserquellen, politischen Akteure und Dorfältesten, um mit Beginn des Krieges diese zentralen Infrastrukturen und Personen ausschalten zu können. Die Haganah verfügte über zahlreiche Informationen aus denen sie schloß, dass die arabischen Gegner durchaus schwach waren. Im übrigen wurde im sogenannten Plan Dalet (Plan D) die Strategie entwickelt wie man eine möglichst große Zahl an arabischen Bewohnern mitsamt ihren Dörfern beseitigen könne. Das wurde im Zuge des Krieges weitreichend umgesetzt.

Israel hatte fraglos das Recht zur Selbstverteidigung. Israel hatte aber nicht das Recht mehrere Hundert Dörfer systematisch zu schleifen und mehrere Hunderttausend Araber zu vertreiben.*

Der Erlebnisbericht Khirbet Khizeh eines jüdischen Kriegsteilnehmers – der später Mitglied der Knesset war – schildert ungeschönt, mit welcher unterschiedsloser Brutalität, ja mit welchem Spaß am Töten jüdische Soldaten auch gegen palästinensische Dörfer vorgingen die keinerlei Gegenwehr leisteten.

Die Mär von der israelischen Armee als der „moralischsten Armee der Welt“ war damals so haltlos wie heute.**

Die Ansicht vom stets defensiven Israel wird irrelevant, wenn man die längst aus den Archiven freigegebene Geheimverhandlung Ben Gurions mit England und Frankreich lesen kann, worin schriftlich der gemeinsame Angriff auf Ägypten so vereinbart wurde, dass er in den Augen der Welt als Reaktion auf einen ägyptischen Angriff dastehen sollte (Protokolle von Sèvres, Suezkrieg 1956).

… oder wenn der Kriegsheld, General und vormalige Verteidigungsminister Moshe Dayan (der Mann mit der Augenklappe) Jahre nach dem „Sechstagekrieg“ freimütig offenlegt, wie man die Syrer am Golan so lange provozieren wollte, bis sie endlich angreifen würden, um sie dann vernichtend schlagen zu können.

…wie der frühere Ministerpräsident Menachem Begin in Bezug auf den Libanonkrieg (1982/83) offen einräumte, es sei ein „war of choice„, also ein Krieg aus freien Stücken gewesen, und man dazu erfährt, wie der damalige Verteidigungsminister Ariel Sharon mit seinem „big plan“ in großer Verblendung mit dem Mittel des Libanonkrieges die politische Landkarte des Nahen Ostens umschreiben wollte, dabei auch das eigene Kabinett täuschte und schließlich das Massaker von Sabra und Schatila mit zu verantworten hatte (wie die israelische Kahane-Kommission 1983 feststellte).

… wie Israel unter dem Premier Ehud Olmert ohne politischen und ohne militärischen Plan in 2006, nach der Entführung von zwei israelischen Soldaten durch die Hisbollah, durch den Generalstabschef Dan Chalutz im größtmöglichen Mißverhältnis von Aktion und Reaktion den ganzen Libanon in Schutt und Asche bombardieren ließ („Wir drehen die Uhren im Libanon um 20 Jahre zurück„), und trotzdem einer Demütigung durch die paar Hundert Hisbollah-Milizen nur knapp entging.

Aus der Beinahe-Niederlage des Libanonkriegs von 2006 zogen die Militärs die Schlußfolgerung, die Militärs leider allzu oft ziehen. Das nächste mal müsse mit noch größerer Entschlossenheit vorgegangen werden. Das wurde von General Eizenkot in der Dahiyeh-Doktrin formuliert:

We will wield disproportionate power against every village from which shots are fired on Israel, and cause immense damage and destruction.

Überflüssig zu sagen, dass eine derartige Vergeltungsdoktrin das Kriegsvölkerrecht ebenso mißachtet, wie das die nicht legitimierbaren Raketenangriffe der Hamas oder des Islamischen Jihad aus Gaza tun, da sie vorsätzlich gegen Zivilisten gerichtet sind.

Im Gazakrieg 2008/09 hat Israel die Dahiyeh-Doktrin umgesetzt und mit dem Einsatz von Phosphor-Bomben und Flechettes-Granaten ein Maximum an Zerstörung gerade auch unter Zivilisten angerichtet. Ein israelischer Hauptmann meinte, man habe die Palästinenser behandelt wie Tiere.

Das alles sind nur wenige Schlaglichter, die sich beinahe beliebig erweitern lassen.

Sie besagen eins: Israel war seit Bestehen des Staates in 1948 noch nie der David, als der es sich immer gerne darstellte.

War es deshalb immer der „zionistische Aggressor„, als der es von bestimmter Seite oft dargestellt wird? Ich meine nein.

In dieser Hinsicht bin ich „Zionist“ in dem Sinne, den Amos Oz vertritt: Ein Ertrinkender (= die europäischen Juden mit der Erfahrung von Verfolgung und Vertreibung bis hin zur Shoah) hat immer das Recht, sich auf den im Wasser schwimmenden Baumstamm zu retten, auch wenn er einen darauf Sitzenden zur Seite schieben muss. Er darf ihn nur nicht herunterstoßen.

Israel hat nicht nur aufgrund der völkerrechtlichen Legitimation durch die UN Resolution 181 (November 1947) vollen Anspruch auf eine eigene Staatlichkeit in Palästina, sondern moralisch auch aufgrund der jahrtausendealten kulturellen Wurzeln in der Region.

Es hatte aber nie das Recht mehrere Hunderttausend Menschen zu vertreiben und ihre Dörfer zu zerstören.

Die arabische Seite hat seit den Zeiten vor der Staatsgründung Israels in Wort und Tat Versuche unternommen, die Staatsgründung zu vereiteln oder rückgängig zu machen. Erst die PLO unter Arafat hat Israel offiziell anerkannt. Das gilt nicht für Hamas und weitere radikale Fraktionen in Gaza. Zu schweigen vom Irak des Saddam Hussein, dem Syrien der beiden Assads oder dem Iran des Ahmadinejad, die Israel offen feindselig eingestellt sind / waren, um das Mindeste zu sagen. Wer nicht ideologisch verblendet ist, hat das zu akzeptieren.

Motivation No. 4: Mehr als das Tagesgeschehen

Mein Bestreben als Historiker: Da die Presse und viele Blogs vom Tagesgeschehen leben, versuche ich so oft wie möglich alte Sachverhalte zu integrieren, um den Kontext zu erweitern. Nicht wenige Zitate oder Vorkommnisse von vor zehn oder vierzig Jahren zeigen eine verblüffende Relevanz fürs Heute. In der schnell-lebigen Zeit neigt man dazu, die Ereignisse von gestern und vorgestern schnell abzuhaken.

Was meinen Sie hätte mir der alte Fiseur in Jerusalem geantwortet auf eine Frage „Wie lange ist das her, Auschwitz?“.

Was meinen Sie hätte ein alter überlebender Araber aus Khirbet Khizeh geantwortet auf die Frage „Wie lange ist das her, die Verteibung aus Ihrem Dorf?“

Beide hätten sagen „Gestern!“

Motivation No. 5: Das Bild vervollständigen. Unabhängig bleiben.

Korrekturbedürftig sind meines Erachtens nicht nur die Bilder zu Israel, sondern auch die Bilder zu den Arabern bzw. Persern. Israel ist weder der unschuldige David, noch das imperialistische Monster. Das palästinensische Volk will nicht nur seine Freiheit, sondern leidet seit Arafat bis Abbas unter fürchterlicher Korruption und unterliegt unerwünschten fremden Einflüssen – dem Iran allen voran.

Zur Unabhängigkeit als Blogger

Was nun die Unabhängigkeit meines Blogs betrifft ist das so eine Sache.

Blogger sind keine Angestellten einer Zeitung oder eines Senders, deren Hauspolitik sie sich zu unterwerfen hätten. Doch glaube niemand, Blogger seien deshalb eine unabhängige Instanz. Gruppendynamik wirkt in der „community“ ebenso nachhaltig und erbarmungslos wie im „wirklichen“ Leben. Auch hier wirkt der mal mehr mal weniger starke Zwang, sich gefälligst einem Lager anzuschliessen.

Blogger mögen hits und views und comments; letztere vor allem wenn sie zustimmend sind. Eitelkeit ist ein allgegenwärtiges starkes Motiv, das weiß man nicht erst seit Blaise Pascal. Eitelkeit, oder der Wunsch anerkannt werden zu wollen – was im Grunde dasselbe ist -, ist kein zu unterschätzender Anreiz für die Art, wie Beiträge verfasst werden. Man lernt sein Publikum kennen und kommt früher oder später in die Versuchung, dafür zu schreiben.

Allzu menschlich: In den ersten vielleicht zwei Jahren habe ich dieser Versuchung nicht widerstanden. Zum Glück haben mich die Kommentatoren geheilt. Gleich welcher Richtung sie gekommen sind: Die Israel-Basher und die pro-Palis. Ich habe die Kommentarfunktion abgeschaltet, und mich aus Facebook zurück gezogen. Es gibt keine Schwarmintelligenz im Internet. Es gibt – was die bemerkenswert fleissigen Kommentatoren betrifft – zu wenigstens zwei Dritteln nur mindergebildete Ego-Shooter. Daher ist Wikipedia höchstens gut für Naturwissenschaft und Ähnliches, aber bestimmt nicht für heikle politische Themen wie den Nahostkonflikt.

So viel zu meiner arroganten akademischen Selbst-Darstellung und Abgrenzung: Seit längerem behaupte ich mit gutem Gewissen, es mit Blick auf meinen Blog mit Nietzsche halten zu können:  Ich bin vielleicht nicht frei von jeder Partei, aber wahrscheinlich freier als viele andere. Ich ergreife vielleicht irgendwann Partei, aber habe sie nicht zuvor.

Das freilich kann ich nicht beweisen, nur für mich öfters feststellen im Rückblick. Etwa indem ich lieber auf die zahlreichen backlinks einer vielbesuchten „pro-Palästina“ Seite verzichte, weil mir suspekt ist dass der Autor ganz sicher nie nach Israel gehen will.

Oder weil ich mich aus bestimmten „israel-kritischen“ Diskussionsrunden in meiner Heimatstadt verabschiedet habe, in denen in Bezug auf Israel sehr zahlreich und freimütig mit Begriffen wie „Nazis“ und „faschistoid“ umgegangen wird. Oder ich mich abgestossen fühle von der dumpfen Rohheit anti-israelischer Demonstrationen.

Außerdem halte ich mir zugute – beinahe revolutionär – dass ich keine Google-, Amazon- oder sonstige Werbung nutze, und das asoziale Medium  Facebook von dieser Seite verbannt habe.

Abschliessend zwei nette Episoden:

Auch sehr gut geeignet zur Wahrung der Unabhängigkeit und Vermeidung falscher Romatik waren die Steinwürfe in meine Richtung. Die einen passierten im jüdischen Orthodoxen-Viertel Mea Schearim in Jerusalem (1990), die anderen im arabischen Ost-Jerusalemer Stadtteil Silwan, wo man mich offenbar für einen Israeli hielt (2010). Zum Glück haben mich die Würfe verfehlt.

Nicht zu vergessen auch, als wir 1990 auf einem belebten Platz in Jerusalem in einen Bombenalarm gerieten und wie alle Umstehenden so schnell wie möglich davon laufen mussten, um anschliessend dem Bombenräumkommando aus sicherem Abstand beim Entschärfen zuzusehen.

Motivation hin oder her: Leider habe ich nur wenig Zeit fürs Bloggen. Die Themenauswahl bleibt dem Zufall überlassen: Vorgestern etwas wegen eines Artikels aus der abonnierten Tageszeitung Haaretz oder dem Blog 972mag, gestern etwas aus dem wissenschaftlichen Archiv JSTOR oder dem Archiv der SZ, und heute etwas aus den Büchern im Regal: den Tagebüchern von Herzl, Prosa von Oz oder Kaniuk, oder wohin der Griff gerade geht.

Von einer Systematik oder Vollständigkeit kann nicht die Rede sein. Informativ sollte es sein, und lesenswert.

Hitzige Politik hin oder her: Vergeßt nie die normalen Leute. Ich jedenfalls bin gerne dabei bei einer Fahrradtour durch Tel Aviv oder einer netten Kaffestunde in der palästinensischen Altstadt von Hebron.

Shalom, Salam,

— Schlesinger

PS.: Dank an meinen Ex-Kommilitonen und Betreiber der Seite, der mir nach seinen Blogs zur US Wahl 2008 diese Plattform bereit stellt und mich davor bewahrt, mich mit WordPress oder ähnlichen Techniken befassen zu müssen.