Kein Oscar für Waltz with Bashir, keinen für den Wrestler

Zwei Bemerkungen zur Oscarverleihung.

1. Dass der Oscar für die beste Hauptrolle an Sean Penn in „Milk“ ging ist ok. Dennoch hätte ich lieber gesehen, dass Mickey Rourke für seine Rolle des „Wrestler“ und damit für die Rolle seines Lebens die Ehrung erhalten hätte.

Einmal mehr hat die vielleicht beste Filmkritikerin unserer Tage Susan Vahabzadeh von der Süddeutschen ein treffliches Porträt zum Wrestler geschrieben:

Es geht hier, letztlich, auch um unseren Glauben, den großen modernen Irrtum, alles sei reparabel – als sei jede Krankheit heilbar und gebe es Wunden, die keine Narben hinterlassen; als könnte man in jeder Wirtschaftskrise das Ruder wieder rumreißen, dem Alter zur Not mit Hilfe der Schönheitschirurgie ein Schnippchen schlagen, Diktatoren blutig absetzen und wundersamen Frieden schaffen.

Der Blick aufs große Ganze mag das manchmal so scheinen lassen; für einen einzelnen Menschen bleibt ein verlorener Tag verloren.

Eine verkorkste Biographie, eine verwirkte Jugend, der Tod sind nicht umkehrbar oder reparabel.

Lesen Sie auf der SZ die ganze Kritik.

2. Dass aber das Meisterwerk zum Libanonkrieg von 1982, Waltz with Bashir, leer ausging werde ich Hollywood für die nächsten 11 Monate nicht verzeihen.

Es kommt nicht alle Filmjahre vor, dass ein Regisseur ein großes Thema in eine bislang ungekannte Form gießen und diesem Thema ganz neue Facetten geben kann.

Ari Folman hätte die Trophäe verdient.

— Schlesinger

(Photo: BitchBuzz)