Israelische Regierungssprecherin: Wir kontrollieren Amerika

„Eine weitere Sprecherin Israels, Tzipora Menache, … erklärte am vergangenen Sonntag (1. Februar 2009), sie sei in keiner Weise über eventuelle negative Auswirkungen des israelischen Angriffs auf den Gaza besorgt, und es bereite ihr noch weniger Sorgen, welche Meinung sich die Obama-Administration über Israel bilden wird. Wörtlich sagte sie:

Sie wissen sehr gut, und die dummen Amerikaner wissen es ebenfalls, daß wir ihre Regierung kontrollieren, und zwar völlig unbeschadet davon, wer im Weißen Haus sitzt. Sehen Sie, ich weiß es, und Sie wissen es, daß kein amerikanischer Präsident es sich leisten kann, uns herauszufordern. Selbst dann nicht, wenn wir das Undenkbare tun. Was können sie (die Amerikaner) uns anhaben? Wir kontrollieren den US-Kongreß, wir kontrollieren die Medien, wir kontrollieren die Fernsehanstalten, und wir kontrollieren einfach alles in Amerika. In Amerika können Sie zwar Gott kritisieren, aber nicht Israel.“

Im englischen Original liest sich das so:

„Another Israeli spokeswoman, Tzipora Menache, stated that she was not worried about negative ramifications the Israeli onslaught on Gaza might have on the way the Obama administration would view Israel. She said ‚You know very well, and the stupid Americans know equally well, that we control their government, irrespective of who sits in the White House. You see, I know it and you know it that no American president can be in a position to challenge us even if we do the unthinkable. What can they (Americans) do to us? We control congress, we control the media, we control show biz, and we control everything in America. In America you can criticize God, but you can’t criticize Israel.“

Starker Tobak.

Der Clou dabei: Die ganze Geschichte ist eine Internet-Ente.

Die englischsprachige pakistanische Internetseite hat die vermeintliche israelische Sprecherin diese Ungeheuerlichkeit aussprechen lassen, und damit unter den allzu begierigen und unkritischen Israel-Kritikern helle (Sammler-) Freude ausgelöst.

Die Seiten, die die englische oder deutsche Version übernommen haben, sind beliebig häufig anzutreffen (1 2 3 4 5 6 7 8 9 …)

Leider findet sich unter dem namen Tzipora Menache kein einziger Treffer auf den Seiten der Jerualem Post, Haaretz, Ma’ariv oder anderen israelischen Tageszeitungen. Bemerkenswert, wie anonym eine Regierungssprecherin heutzutage bleiben kann, nicht wahr?

Die Moral von der Geschicht‘: Wer ausschließlich darauf fixiert ist, von einer bestimmten Seite nur noch Schlechtes zu hören, landet rasch in der Falle seines Schubladendenkens. Das ist vor allem dann peinlich, wenn man sich zu den aufmerksamen Kritikern rechnet (ich weiß von was ich spreche: kürzlich gab ich ohne gegenzuprüfen eine getürkte Umfrage über amerikanisches Bildungsniveau wieder… sehr unangenehm so etwas!)

Eine der o.g. Seiten hat das im Internet oft anzutreffende Motto: „Don’t trust mainstream media!“ auf seine fahnen geschrieben.

Offenbar muss dazu gesagt werden: „Don’t trust non-mainstream-media either!“

Keine Ente scheint leider dies zu sein:

20 Jahre Haft für Koran-Übersetzung

„Ein Berufungsgericht in Afghanistan hat ein Urteil von 20 Jahren Haft für eine umstrittene Koran-Übersetzung bestätigt. Die beiden Angeklagten, Ahmad Ghaus Salmai und Muschtak Ahmad, hatten 2007 eine aus dem Arabischen übersetzte Version des Korans herausgebracht, ohne die arabischen Originalverse danebenzustellen.“ Auch das gehört zur islamischen Welt. Nur um nur allzu großer Romantik vorzubeugen.

— Bigdaddy