Wahl Netanjahus brächte Hamas Zulauf – Kadima überraschend vorne

UPDATE 11.02.2009

Kleines Wunder: Kadima vor Likud

Die derzeitige Außenministerin und Führerin der Kadima, Tzipi Livni, hat entgegen der Prognosen der vergangenen Wochen ein kleines Wunder vollbracht und – nach Auszählung von 99 Prozent der Stimmen – ihrer Partei in der gestrigen Parlamentswahl mit 28 (von 120) Sitzen den größten Anteil in der Knesset gesichert:

With 99 percent of the votes counted, Foreign Minister Tzipi Livni’s Kadima Party is in first place with 28 of the Knesset’s 120 seats, with Benjamin Netanyahu’s Likud Party following closely behind with 27 seats.

As the vote progresses, Labor stands at 13 seats, while Avigdor Lieberman’s Yisrael Beitenu party is expected to garner 15 seats.

Allerdings sind die Stimmen der Soldaten noch nicht ausgezählt, wodurch der eine Sitz verloren gehen könnte, mit dem Kadima momentan führt.

Ebenfalls unklar ist, ob Staatspräsident Peres automatisch die Partei mit dem größten Sitzanteil mit der Regierungsbildung beauftragt, wenn die Chancen für eine stabile Koalitionsbildung schlecht stehen.

„Die andere Chance für die
Islamische Befreiungsbewegung
Hamas liegt in der Politik Netanjahus:


Ein endgültiges Scheitern
der Friedensverhandlungen
brächte Hamas abermals Zulauf.“

Ein fast korrektes Zitat. Setze statt „der Friedensverhandlungen“ die Worte „von Oslo“.

Das Zitat stammt aus einem Kommentar von Heiko Flottau von der Süddeutschen.

Vom 08. Juli 1998.

Es stimmte vor 11 Jahren wie es heute stimmt.

Umgekehrt stimmt das Zitat ebenso: Eine weitere Stärkung der Hamas bringt der Rechten in Israel weiteren Zulauf.

Hohe Wahlbeteiligung

Im Laufe des vormittags hat sich im Vergleich zu den Wahlen von 2996 eine hohe Wahlbeteiligung abgezeichnet, nachdem die Wahlbeteiligung in 2006 relativ niedrig war

Voter turnout in Israel’s general election Tuesday was heavier than expected, standing at 23.4 percent of the electorate by midday.

In contrast, only 21.7 percent of voters had cast ballots by the same point during the last election in 2006.

If the voter turnout remains constant throughout the day, the final rate could reach 69 percent, as opposed to 63.5 percent in the 2006 vote.

Unterdessen hat Netanjahu in letzter Minute geäußert, er werde den Vorsitzenden der rechten Partei „Haus Israel“, Avigdor Lieberman, nicht zum Verteidigungsminister machen. Lieberman gilt als Falke.

Die letzten Prognosen gehen von 27 Sitzen für Netanjahus Likud und 18 Sitzen für das „Haus Israel“ aus. Tzipi Livnis Kadima käme demnach auf 25, und Ehud Baraks Labour auf 14 Sitze. Die Knesset hat 120 Abgeordnetensitze.

— Schlesinger