John McCain zu Anhängern: Keine Angst vor Obama als Präsident

Sieht man sich die gestrige Szene an, meint man den „alten“, mithin den Ehrenmann John McCain wiederzuerkennen.

Während einer Ansprache in Minnesota forderte er seine Anhänger dazu auf, auch gegenüber Barack Obama Respekt zu zeigen. Das kam beim Publikum nicht besonders gut an, so dass McCain einen zweiten Anlauf unternehmen und sich erklären musste.

Barack Obama sei ein „ehrenhafter Mann“ und verdiene auch so behandelt zu werden.

McCain ging noch einen Schritt weiter: Man müsse auch keine Angst vor Obama als Präsident haben:

https://www.youtube.com/watch?v=3FjjCxS8a6g

Vor wenigen Tagen noch ließ McCain in Werbespots verbreiten, Obama sei kein ehrenhafter Mann und überdies gefährlich.

Das gestrige Zugeständnis dürfte daher wenig mehr gewesen sein als eine rhetorische Korrektur, nachdem sich zunehmend mehr Wähler von den Negativkampagnen McCains abgestoßen fühlen.

Auf der Wahlkampfseite Mccains sieht man nach wie vor die „offizielle“ Taktik McCains gegenüber Obama: Der schwarze Senator ist jemand Gefährliches, der sich mit Terroristen herumtreibe:

McCain lässt dazu einen John M. Murtagh zu Wort kommen („for immediate release!“ ~ Eilnachricht! ), der von einem Anschlag der „Weather Underground„-Gruppierung des damaligen Radikalen Bill Ayers berichtet und ihn dabei in Verzerrung der Tatsachen in Verbindung zu Obama stellt:

„When I was 9 years-old the Weather Underground, the terrorist group founded by Barack Obama’s friend William Ayers, firebombed my house.“

Und noch immer gilt: Obama war damals acht Jahre alt.

— Schlesinger