Schatten über Sarah Palin

Hat John McCain mit Sarah Palin eine überhastete Wahl getroffen? Hat es sein Team versäumt, den Hintergrund Frau Palins sorgsam zu beleuchten, bevor sie als Kandidatin an der Seite McCains ausgesucht wurde?

Diese Fragen drängen sich aktuell auf, nachdem einige Dinge bekannt geworden sind, die für die Wählbarkeit einer Vizepräsidentin zumindest ein Risiko darstellen.

Wie die New York Times berichtet, musste sich Sarah Palin unlängst einen Rechtsanwalt nehmen, das sie sich vor dem Ethikausschuss ihres Landesparlaments im Fall der Entlassung eines hochrangigen Staatsangestellten zu rechtfertigen hat.

Wenige Tage nach ihrer Ernennung gab ihr Büro bekannt, dass ihre minderjährige Tochter Bristol im fünften Monat schwanger sei.

in den Neunziger jahren war Frau Palin einige Jahre Mitglied in der „Independence Party„, die unter anderem eine Separation Alaskas von den USA herbeiführen wollte.

Vor 22 Jahren wurde sie wegen einer Trunkenheitsfahrt verhaftet.

Mit Skepsis hat man darüberhinaus vermerkt, dass John McCain offenbar nur einmal mit Frau Palin gesprochen hat, bevor die Wahl auf sie fiel und durch diese Wahl bekannte und „verdiente“ Republikaner wie Tim Pawlenty (Minnesota) ohne Vorwarnung übergangen wurden. Insbesondere das Umfeld von Mitt Romney hat verlauten lassen, dass man sich mißbraucht fühle.

Sodann war sie Direktorin im Rahmen einer sogenannten „527“er fundraising-Gruppierung „Ted Stevens Excellence in Public Service, Inc.“ des gleichnamigen Senators von Alaska, der in diesem Jahr in sieben Fällen wegen Korruption angeklagt wurde. 527er-Gruppen agieren auf Grundlage des entsprechenden Parteienfinanzierungsgesetz, das solchen Vereinigungen unter bestimmten Umständen erlaubt, Kandidaten über die gesetzlich geregelte Grenze Spendengelder in unbegrenzter Höhe zukommen zu lassen.

Jeder Punkt für sich genommen stellt ein kleineres Problem dar. In der Summe wirft es allerdings ein ungünstiges Licht auf das Ausleseverfahren der McCain-Mannschaft und könnte je nach Fortgang der Informationslage gefährlich werden für die Reputation und damit die Wählbarkeit von Sarah Palin.

— Schlesinger

(Photo: GISuser.com)