Studentische Terror-Selbstauskunft

Die Sicherheitsbemühungen hierzulande nehmen bisweilen groteske Formen an.

Über die Einbürgerungstests wurde schon viel geschrieben und sich zurecht noch mehr lustig gemacht:

  • Welches ist ein Stadtteil von Berlin: Altona, Prignitz, Pankow, Demmin
    Wer zu alt ist oder zu jung für die „Generation Lindenberg“ wird hier ernsthafte Probleme bekommen.
  • Für wie viele Jahre wird das Landesparlament Berlin gewählt: 3,4,5,6 (5!)
  • „Stellen Sie sich vor, Ihr volljähriger Sohn kommt zu Ihnen und erklärt, er sei homosexuell und möchte gerne mit einem anderen Mann zusammenleben. Wie reagieren Sie?“
    Nur gut, dass die Deutschen nicht genötigt werden, hierauf zu antworten. Unser Land hat schon heute Probleme mit dem Bevölkerungsschwund. Noch mehr Verluste durch Ausbürgerung wären schwer zu verkraften. Übrigens ist diese Frage gegen das Gleichstellungsgesetz: Wie schaut es aus mit nicht volljährigen lesbischen Töchtern?
  • Welche Farben hat die Landesflagge von Brandenburg? Schwarz-Gelb-Grün! Nein, das war die „Jamaika-Koalition“. Dann doch rot-weiß.

In Nordrhein-Westfalen gibt es nun einen „Terror-Fragebogen“ für ausländische Studenten, die ihre jährliche Aufenthaltserlaubnis verlängern müssen.

Der wurde klug ersonnnen und lässt niemanden mehr durchs Netz schlüpfen, indem er die Bin Ladisten genau unter die Lupe nimmt:

  • Haben Sie jemals Papiere gefälscht? (Deutsche jetzt weghören, dazu könnte man auch die Steuererklärung zählen)
  • Waren Sie jemals in Afghanistan? (Relativ unbequeme Frage für afghanische Studenten)
  • Waren Sie beim Militärdienst? (Die Taliban können schwerlich als Militärdienst bezeichnet werden. Jeder Talibanist darf hier ungelogen mit Nein antworten)
  • Haben / hatten Sie Kontakt zu terroristischen Organisationen? (Jeder, dem mal wieder die Zeugen Jehovas oder die GEMA vor der Tür stehen)
  • Haben / hatten Sie eine Kampf- oder Flugausbildung gemacht?
  • Sind Sie geschult im Umgang mit Sprengstoff und Chemikalien?

Der Bundesrechnungshof sollte sich einmal das Kosten-Nutzen-Verhältnis solcher Fragebögen ansehen.

— Bigdaddy

(Photo: © Falko Matte - Fotolia.com)