Niemand hört John zu – sein Glück

Marc Pitzke vom SPIEGEL setzte sich mit der Wahrnehmung John McCains zur Berichterstattung der amerikanischen Medien auseinander.

Während Barack Obama unter den Argusaugen der amerikanischen Presse seine Welttournee zur Schärfung seines außenpolitischen Profils durchgezogen hat, entrüstete sich John McCain bei jeder möglichen Gelegenheit über die fehlende Aufmerksamkeit der Medien gegenüber seinen Worten. Er sieht dies als klaren Nachteil im laufenden Wahlkampf an.

Pitzke fasst McCains Sicht so zusammen:

„Die US-Medien hätscheln ihren Liebling Obama, beten ihn sogar an – und benachteiligen McCain, den wackeren Underdog. Das Problem daran: Es stimmt nicht.“

McCain blendet aus, dass diese fehlende Aufmerksamkeit ihm nur zum Vorteil reichte. Während Obama jedes einzelne seiner Worte mit Bedacht wählen musste, da es sofort auf die Goldwaage gelegt wurde, sprudelten die Patzer aus McCains Mund nur so heraus, wenn er zum Beispiel wieder anfing über die Tschechoslowakei zu sprechen.

Verkehrte Welt, möchte man hier meinen. Aber so lange die US-Medien mitspielen gilt: Nur weiter so John, mach dir die Welt, wie sie dir gefällt!

SAS