Uri Avnery: Der grosse Tag des Hassan Nasrallah

Hassan Nasrallah

Uri Avnery hat den jüngsten Gefangenenaustausch zwischen Israel und der Hizbollah bewertet:

„DER MANN, der im Zentrum des Geschehens stand, personifiziert den Abgrund, der die beiden Welten, die israelische und die arabische, trennt: Samir al-Kuntar.

Alle israelischen Medien nennen ihn „Mörder al-Kuntar“, als ob dies sein Vorname wäre. Für die arabischen Medien ist er der „Held Samir al-Kuntar“.

Vor 29 Jahren, bevor die Hisbollah ein bedeutsamer Faktor wurde, landete er mit seinen Kameraden am Strand von Nahariya und führte dort einen Angriff aus, der sich wegen seiner Grausamkeit ins israelische Nationalgedächtnis eingeprägt hat. Im Laufe dieses Angriffs wurde auch ein vierjähriges Mädchen ermordet, und eine Mutter erstickte versehentlich ihren Säugling, während sie versuchte, ihr Versteck nicht aufzugeben.

[…]

ES WAR natürlich der große Tag Hassan Nasrallahs.

In den Augen von Dutzenden von Millionen Arabern hat er einen riesigen Sieg errungen. Eine kleine Organisation in einem kleinen Land hat Israel, die Regionalmacht, auf die Knie gezwungen, während die Herrscher aller arabischen Länder die Knie vor Israel beugen.

Nasrallah hatte versprochen, Al-Kuntar zurückzubringen. Zu diesem Zweck ließ er zwei Soldaten fangen.

Nach zwei Jahren und einem Krieg stand der eben befreite Gefangene selbst auf der Tribüne in Beirut, in eine Hisbollahuniform gekleidet und Nasrallah selbst, seine eigene Sicherheit aufs Spiel setzend, kam heraus und umarmte ihn vor allen TV-Kameras und einer jubelnden Menge, die vor Begeisterung aus dem Häuschen geriet.“

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— Schlesinger

(Photo: delayed gratification)