Israelische Großübung vs. Iran

Wie die New York Times aus amerikanischen Regierungskreisen erfahren haben will, hat Israel vor zwei Wochen eine militärische Großübung mit seinen Luftstreitkräften durchgeführt, die allem Anschein nach als Vorbereitung auf einen massiven Luftschlag gegen den Iran dient.

An der Übung, die über dem Mittelmeer und Griechenland stattgefunden hat, nahmen 100 israelische Kampfbomber der Typen F-15 und F-16 teil.

Dazu kamen Hubschrauber-Übungen, um die Rettung abgestürzter Piloten zu simulieren. Dabei wurden Distanzen von 900 Meilen bewältigt. Diese Distand entspricht der zwischen Israel und der umstrittenen iranischen Nuklearanlage in Natanz.

Von offizieller israelischer Seite wurde dementiert und auf militätische Routine verwiesen.

Unlängst sagte das Kabinettsmitglied Shaul Mofaz:

If Iran continues with its program for developing nuclear weapons, we will attack

Das weckt Erinnerungen an das Jahr 1981, als israelische Bomber die von Frankreich gebaute irakische Atomanlage Osirak zerstörten.

Schon damals wurde die unverrückbare israelische Position gegenüber potentiellen Massenvernichtungswaffen in den Händen der arabischen Gegner postuliert:

„We again call upon them to desist from this horrifying, inhuman deed.
Under no circumstances will we allow an enemy to develop weapons of mass destruction against our people.

Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Vergangen September wurde in Syrien eine mutmaßliche Atomanlage vermutlich von israelischen Kampfflugzeugen vernichtet. Bis heute ist jedoch weder mit letzter Sicherheit bekannt, ob es sich um eine Atomanlage handelte, und es ist auch nicht offiziell, dass sie von israelischen Maschinen zerstört wurde.

Einerseits ist diese israelische Position verständlich, da es in den vergangenen Jahrzehnten zu viele konkrete und verbale Versuche gegeben hat, Israel entweder schwer zu schädigen oder zu beseitigen, andererseits kann man souveränen Nationen auf Dauer nicht verwehren, friedlich Kernkraft einzusetzen.

Hier wird man auf internationaler Basis äußerst zuverlässige Mechanismen entwickeln müssen, die Jerusalem davon überzeugen und dabei gewährleisten, dass die Kernkraft arabischer Anliegerstaaten nur nichtmilitärischen Zwecken dient.
Ob eine derartig strenge Kontrolle von den betreffenden arabischen Ländern akzeptiert würde, darf bezweifelt werden.

Eine schier unlösbare Aufgabe.

— Schlesinger

(Photo: James Gordon)