Obama: Angekratzte Glaubwürdigkeit ?

hillary_clinton_not_responsible.jpgJetzt hat es auch Barack Obama wieder erwischt.

Waren in den letzten Tagen und Wochen Pleiten, Pech und Pannen von Hillary Clintons Wahlkampf Gesprächsstoff, so rückt er nun wieder mehr in den Mittelpunkt.

Auf einer Wahlkampfveranstaltung in Pennsylvania unter dem Titel „Solutions for a Strong Military“ attackierte Clinton den republikanischen Präsidentenkandidat John McCain und ihren Mitbewerber Barack Obama. Sie warf beiden vor, keine verlässlichen commander-in-chief zu sein.

Hillary Clinton:

„That’s the choice. One candidate will continue the war and keep the troops in Iraq indefinitely.
One candidate only says he will end the war.
And one candidate is ready, willing and able to end the war and to rebuild our military while honoring our soldiers and our veterans.“

Dass Argument gegen McCain ist kein Neues, dass gegen Obama in einem Aspekt schon, weil noch folgendes hinzukommt:

Clinton greift eine Aussage der inzwischen zurückgetretenen Obama-Beraterin Samantha Power auf, von der sie als Monster bezeichnet wurde und die deswegen ihren Hut nehmen musste.

Anfang März hatte Power sich in einem Interview mit BBC geäußert, dass es sehr schwierig würde, das Wahlversprechen des Truppenrückzugs einzuhalten.

Realpolitisch mag sie Recht gehabt haben, aber trotzdem macht der Ton die Musik.
Nun wird diese Äußerung von Clinton dazu benutzt, Obamas Glaubwürdigkeit einen weiteren Kratzer zu verpassen.

Interessant hierbei ist, dass es schon der zweite Vorfall ist, in dem die Glaubwürdigkeit des Strahlemann Obama durch einen Mitarbeiter geschädigt wird und dabei fast auf dieselbe Art wie beim ersten Mal. Anfang März vor der Wahl in Texas und Ohio hatte Obamas wichtigster Wirtschaftsberater Goolsbee in einem Gespräch mit dem kanadischen Botschafter klargestellt, dass das Freihandelsabkommen NAFTA nicht wirklich gefährdet sei und dass man nicht jedes – von Obama anderslautende – Wort der Wahlkampfrhetorik auf die Goldwaage legen möge.

Das machte die Runde und säte Zweifel an der Glaubwürdigkeit Obamas.

Im Zwang zur Realpolitik – sei es in Sachen NAFTA oder Irak – liegt ein besonderes Problem für Obama: Er lebt in diesem Wahlkampf besonders von der Aura des Charismatikers und der Glaubwürdigkeit, die ihn in den Augen vieler Wähler wohltuend vom Establishment in Washington abhebt.

Gelingt Hillary Clinton, Obama als jemanden darzustellen, der es mit Wahlzusagen nicht so genau nimmt, wäre das ein für sie wichtiger Punkt in den am 22.04. anstehenden Wahlen in Pennsylvania.

— SAS

(Photo: © Stephen Finn - Fotolia.com, Bild bearbeitet)