Senatoren Obama, Clinton, Biden: Truppenabzug!

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senator_joe_biden.jpgSenator Joe Biden, der General Petraeus im Kongress  zur Lage im Irak befragen konnte, zweifelte nicht an dessen Einschätzung, dass aus militärischer Sicht mehr Ruhe eingekehrt sei.
Das mag man bezweifeln angesichts der jüngsten Vorgänge in Basra und Bagdad.
Biden kritisierte jedoch nachdrücklich den Mangel an politischer Planung, wie es mittel- und langfristig weitergehen solle.

Im übrigen betonte Joe Biden, die wesentliche Gefahr für die USA gehe nicht von den Unruhen im Irak aus, sondern unverändert von Al Quaida und anderen extremistischen Gruppierungen in Afghanistan:

the military side of the surge [der Verstärkung] works. It’s brought down violence.
But we went from drowning to treading water [wir ertrinken nun nicht mehr, aber das Wasser steht uns bis zum Hals].
And now we’re having 30 to 40 Americans die a month, 225 a month wounded.
And we’re spending $3 billion [Milliarden] a month with no end in sight, Matt. They have no plan how to get down below 140,000 [es gibt keine Idee, wie man unter eine Truppenstärke von 140.000 kommen könnte].

(Hierzu stimmte General Petraeus zu)

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Senator Obama bekräftigte bereits gestern, er wolle die Truppen binnen 16 Monaten nach seinem Amtsantritt abziehen:

I’ve been very consistent in saying that we are going to set a timetable and we will have a prudent pace of withdrawal [eine vernünftige Geschwindigkeit, die Truppen zurückzuziehen], one to two brigades per month. At that pace, we can have combat troops out within approximately 16 months. That will be about two years from now, Meredith, which means that this war will have lasted seven years.

Senator Clinton meinte auf MSNBC’s Morning Joe:

A year from now, there will be a new president and I’m committed to withdrawing our troops, rebuilding our military and pursuing a different strategy with the rest of the world that will enhance our security and our interests.

Frank Rich, namhafter Kolumnist der New York Times und nicht dafür bekannt, die Demokraten stark zu kritisieren, ging mit Obama und Clinton indessen hart ins Gericht, dass sie John McCains vielzitierte „100 Jahre im Irak“ über Gebühr strapazierten und damit wissentlich den Gehalt der Aussage McCains verzerrten:

What Mr. McCain actually said in a New Hampshire town-hall meeting was that he could imagine a 100-year-long American role in Iraq like our long-term presence in South Korea and Japan, where “Americans are not being injured or harmed or wounded or killed.”

Damit hat Rich natürlich recht, denn McCain äußerte den Satz auch im provokativen Sinn. Gemessen an ganz anderen Entgleisungen im Wahlkampf darf man diese Interpretation allerdings als eine Stichelei ansehen. Und McCain ist hinreichend Profi, um zu wissen, dass er mit derartigen Aussagen gewisse Reaktionen herausfordert.

— Schlesinger

(Photos: Black Hawk (Flickr/soldiersmediacenter/CC) ;
 Joe Biden ;
 Verwundetentransport (Flickr/soldiersmediacenter/CC))