George W. Bush weint um toten Soldaten

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Es soll niemand mehr behaupten, Präsident George W. Bush habe keine Gefühle. Hat er doch! Und er hat ihnen freien Lauf gelassen, wie ein Bericht der australischen Herald Sun (mit Bild von Reuters) zeigt.
Bush wurde die tragisch-heroische Geschichte des jungen NAVY Seals Offiziers Michael Monsoor erzählt, dem eine feindliche Handgranate auf die Brust prallte und der sich im Affekt auf die zu Boden gefallene Granate warf, um seine umstehenden Kameraden zu schützen.

Keine Frage, das ist der Stoff, aus dem Heldengeschichten gemacht werden. Jedem anderen könnte man Tränen des Mitleids oder der Bewunderung gönnen, hieße er nicht gerade Bush (oder Dick Cheney oder Donald Rumsfeld oder Condoleezza Rice oder Paul Wolfowitz oder…).

Aber Bush nicht. Denn Bush weinte aufgrund seiner romantischen Vorstellung dieser Art von Soldatentod, und keinesfalls wegen der brutalen Art, durch die dieser junge Mann sterben mußte, oder wegen der bedauernswerten Angehörigen oder vielleicht auch der Sinnlosigkeit.

Bush weinte aus seinen ureigensten verlogen-sentimentalen Gründen. Er weinte aus derselben pubertären Mentalität heraus, aus der er jüngst den Afghanistan-Krieg als romantisches Abenteuer gepriesen hatte.

Es gibt nicht die geringste Veranlassung, ihn wegen seiner Tränen in ein „menschlicheres“ Licht zu rücken.

— Schlesinger

Übrigens: Bush trägt ohnehin die schwerste Kriegslast, wie sein Vize Dick Cheney meint. Man möchte um ihn weinen. Um beide.

(Photo: © AndreasEdelmann - Fotolia.com, Bild bearbeitet)