Anklage wegen Kriegsverbechen gegen Rumsfeld & Co.?

Das erste mal seit langer Zeit ist wieder die Rede davon, gegen führende Mitglieder der Regierung Bush Gerichtsverfahren einzuleiten.

Andrew Sullivan, angesehener Redakteur des renommierten Journals „The Atlantic„, sagte gestern morgen in einer populären US Nachrichtensendung:

The latest revelations on the torture front show the memo from John Yoo…means that
Don Rumsfeld, David Addington and John Yoo should not leave the United States any time soon. They will be, at some point, indicted for war crimes.

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Mit den letzten Enthüllungen von der Folter-Front meinte Sullivan das jüngst bekannt gewordene Dossier von einem der früheren leitenden Rechtsberater von George W. Bush, John Yoo, in dem Yoo für das Weisse Haus beziehungsweise das Pentagon beschrieben hat, wie man die geltenden Rechtsvorschriften umgehen könne, um bestimmte Verhörpraktiken ohne rechtliche Konsequenzen durchführen zu können.

John Yoo hatte sein in groben Umrissen schon zuvor bekannt gewordenes Memo bereits in 2005 öffentlich verteidigt. Dabei kam er zu dem Schluß:

Our only means for preventing future terrorist attacks, which could someday involve weapons of mass destruction, is to rely on intelligence that permits pre-emptive action.

An American leader would be derelict [hilflos] if he did not seek to understand all available options in such perilous [gefährlich]  circumstances.

Hört sich eigentlich ganz vernünftig an. Worte allerdings waren schon immer biegsam. So erstaunlich biegsam wie die Rücken der stundenlang zusammengepresst am Boden gefesselten Verhör-Opfer in Guantanamo, um von Abu Ghraib ganz zu schweigen.

— Schlesinger

(Photo: John Yoo)

Das informativste Werk zu den Verfassungsbeugungen von G.W.B.,
von Pulitzer-Preisträger Charlie Savage. Erstklassig!