Remember? Vitali Klitschko vs. Lennox Lewis

 

 

Es war am 21. Juni 2003.
Sie erinnern sich.
Vitali Klitschko lieferte einen Kampf gegen Lennox Lewis, den man nur als Ringschlacht bezeichnen kann.
Lewis hatte ganz offenbar nicht damit gerechnet, dass Klitscko so gut vorbereitet und so hart im Geben und Nehmen war.
Klitschko zog sich in der dritten Runde unter dem linken Auge eine gräßliche Rißwunde zu.

 

Die drei folgenden Runden waren aus Zuschauersicht kaum zu ertragen.
Beide droschen mit verbissener Härte und Rücksichtlosigkeit aufeinander ein.
Klitschko und infolgedessen auch Lewis war über und über mit Blut besudelt.

Klitschko schien sich durch seinen Zustand nicht irritieren zu lassen.
Im Gegenteil.
Es war einer der spannendsten, einer der brutalsten Boxkämpfe.

In der sechsten Runde schließlich brach der Ringrichter aufgrund der schweren Verletzung ab und entschied auf technischen KO zugunsten von Lennox Lewis.
Das Publikum war aufgebracht.
Klitschko tobte und wollte noch nach dem Gong auf Lewis losgehen.
Schiebung, hieß es, und „Wir wurden beschissen“, wie es Meistertrainer Fritz Sdunek ausdrückte.
Klitschko forderte umgehend Revanche.

Lewis, der den Abbruch einerseits lässig hinnahm, andererseits ganz offenkundig froh war, lebend aus dem Kampf gekommen zu sein, rief aus seiner Ecke „Show me the money, baby!“
Man möge ihm also nur genug geben, dann würde es einen Rückkampf geben.

Was war das Ende der Geschichte? Beide hatten sich in diesem äußerst harten Kampf physisch und psychisch derart verausgabt, dass sich der eine ganz zurückzog – Lewis – und der andere nur noch Kraft für zwei weitere Kämpfe hatte – gegen Corrie Sanders und Danny Williams -, um schließlich für viele unerwartet früh abzutreten .

Ich muß Ihnen nun nicht sagen, dass dies nicht die Geschichte eines Boxkampfs war.

Ersetzen Sie „Show me the money“ durch „Show me the Oval Office“ und Sie wissen, welche Geschichte hier erzählt wird.

— Schlesinger

Übrigens.: Es gibt nur wenige Arten von Boxkämpfen, die weniger beliebt sind als jener. Das sind zum Beispiel Kämpfe von sogenannten „Stinkern“, wie sie in der Boxsprache heißen. Stinker kämpfen mit unlauteren Methoden, ducken sich weg, machen Mätzchen, setzen vom Ringrichter unbemerkte Tiefschläge. In der politischen Arena entspricht dies den Kandidaten mit Schmierkampagnen. Für mehr Details wenden Sie sich bitte an George W. Bush oder Karl Rove.

(Grafik: © Aloysius Patrimonio - Fotolia.com)