Forget the morals, it's about politics!

Ein günstiger Zeitpunkt für einen Ausstieg von Hillary? Einspruch!

Sind Sie Moralist? Dann sollten Sie einen weiten Bogen um die Politik machen. Oder, nicht minder brutal, aber indirekter formuliert in den Worten Bill Clintons:

Wer keine Prügel beziehen will, darf nicht in die Politik.

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Die Methoden Hillarys mögen brutal sein, aber sie sind deshalb nicht weniger verständlich. Für Hillary Clinton geht es um alles oder nichts. Es wäre kein guter Zeitpunkt aufzugeben.

Der Punkt, an dem sich einer der Kandidaten edelmütig hätte zurückziehen können ist längst vorüber gegangen. Der vermeintliche Akt, sich dadurch aufopfernd in den Dienst ihrer Partei zu stellen würde Hillary Clinton nie entlohnt und ihr Image wäre trotzdem ruiniert.

Auch die Menschen würden sich nicht daran erinnern, dass sie immerhin zur „Einsicht“ gekommen, sondern dass sie in diesem Kampf die gewesen wäre, die Schmutz auf den neuen „Messias“ geworfen und Falschaussagen über ihre eigene Erfahrung gemacht hätte.

Die Aufforderung der Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi – “If the votes of the superdelegates overturn what happened in the elections, it would be harmful to the Democratic Party“ – ist rein machtpolitisches Taktieren, wo Prinzipien wahrscheinlich nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Bedenkt man, dass die Superdelegierten erst 1982 des eingeführt wurden, um es der Basis in bestimmten Fällen zu verwehren, gegen den Willen der Parteietablierten zu agieren, steht die Aussage Pelosis dazu doch etwas im Widerspruch.

Sie offenbart damit zunächst nur, dass auch sie Hillary Clinton lieber heute als morgen aus dem Feld räumen möchte, um Obama freie Fahrt zu verschaffen. Und: Die Superdelegierten würden sich gegen ein eindeutiges Urteil der amerikanischen Wähler ohnehin nicht stellen.

Ein Angriff auf Obama bleibt daher die einzige Chance für Hillary, auch wenn die Siegchancen zur Zeit in die Ferne gerückt sind. Und aus diesem Grund wird sie weitermachen, weil sie nichts mehr zu verlieren hat.

Der Spiegel hat es so formuliert: „Und so geht es weiter. Tag für Tag, wie Trommelfeuer.

Kämpfe, Mädchen!

Ist Ihnen das zu heftig? Bitte. Schauen Sie einfach weg bis zum 20. Januar kommenden Jahres. Da dürfen Sie dann einer schönen Amtseinführungszeremonie zusehen.

— Ein Gastbeitrag von SAS

(Grafik: © Aloysius Patrimonio - Fotolia.com)