Zum Machtwort von George W. Bush in Israel

Rubrik „Die andere Seite“

israel_frau_waffe.jpgVor kurzem hatte Präsident Bush Israel besucht, um den Friedensprozeß neu in Gang zu bringen.

Dabei fand er durchaus deutliche Worte: „Löcherkäse“ gehe nicht, womit er den Flickenteppich von israelischen Siedlungen im Westjordanland kritisierte.

Die weit über 100 israelischen Siedlungen mit einer Viertelmillion Einwohnern im Westjordanland gelten nach wie vor als einer der größten Stolpersteine im Nahost-Konflikt.

Das zermürbende und oft demütigende Warten an Straßensperren ist täglicher Bestandteil des Lebens für Palästinenser im Westjordanland, die palästinensische Wirtschaft liegt unter diesen Umständen brach.

Die Siedlungspolitik müsse sich ändern, forderte Bush, und die Vielzahl an Straßensperren, die die wirtschaftliche und soziale Situation der Palästinensergebiete unerträglich macht, müssten beseitigt werden.

Wochen später zeigt sich, dass die Forderungen Bushs ungehört verhallen.

As for the roadblocks, which Bush administration officials say slow Palestinian economic development, Israel has added more of them throughout the West Bank.

In the past three months, according to the United Nations, the number of Israeli checkpoints, barriers, gates and other obstacles has grown from 561 to 580.

Avi Primor, der ehemalige israelische Botschafter in Deutschland, hatte die Effizienz von Bushs Besuch schon im Vorfeld offenbar richtig eingeschätzt: „Es wird alles nur eine große Show„, sagte er der Thüringer Allgemeinen.

Die Wirksamkeit des mächtigsten Mannes der Welt, der antrat, das Böse aus der Welt zu schaffen, scheint in Israel ähnlich groß zu sein wie in Arabien.

George W. Bush ist längst ein zahnloser Tiger geworden – auf amerikanisch: eine lame duck.

— Schlesinger

(Photo: Junge israelische Frau mit Waffe © mpc92 - Fotolia.com)