Chinesische Lehrstunde in Sachen Tibet

 

Soeben wird auf National Public Radio live ein Interview zwischen einem britischen Korrespondenten in Lhasa und einem Polizeioffizier übertragen. Das Adrenalin kocht bei beiden.

Jounalist: Why do you occupy Tibet?

Polizist in schlechtem Englisch: What occupy? You know nothing about China, nothing about Tibet.

Journalist: But this is an occupation! Why do you occupy Tibet?

Polizist (schreit): You journalist! Journalist! No such questions!!! Not allowed such questions!!!

Journalist (erregt): I do only ask questions! Can’t you just answer my questions? This is an occupation, isn’t it?

Polizist (Stimme überschlägt sich fast): Tibet part of China!!!

Journalist (wütend): Tibet is not a part of China. You invaded Tibet and occupied it!

Polizist: Tibet always belonged to China!

Polizist geht ab, flucht auf chinesisch, man fürchtet, der Jounalist wird sofort verhaftet.
Immerhin kommt er dazu, seinen Abspann zu sprechen.

Ich wünsche mir friedliche und spannende Olympische Spiele in Peking.

Ironie der Geschichte: Just in diesen Tagen nahm die Regierung Bush China von ihrer Liste der Länder, die sich schwerer Menschenrechtsverletzungen schuldig machen. Die Gruppierung „Reporter ohne Grenzen“ kritisierte diesen Schritt, weil sich die USA damit einer Möglichkeit beraubten, China unter druck zu setzen:

„U.S. authorities are depriving themselves of yet another effective way to pressure China, without having achieved any goodwill gesture from Beijing“.

Hillary Clintons Haltung zu den Unruhen in Tibet

Am Samstag fragte ein Reporter der Huffington Post den Sicherheitsberater Hillary Clintons, Lee Feinstein, ob Clinton die US Regierung dazu auffordern würde, China wieder auf die Liste zu setzen. Feinstein wich der Frage aus und verwies lediglich auf frühere statements. Die Huffington Post vermerkte, dass Hillary Clinton jahrelang im Aufsichtsrat von Wal Mart saß, einem der größten Importeure von chinesischen Waren.

Von John McCain ist bislang nichts zu vernehmen.

Siehe auch: Merkel schweigt