Hillary Clinton – Quo Vadis?

Fassen wir den bisherigen Stand der Vorwahlen auf Seiten der Demokraten zusammen:

  1. Barack Obama hat die Mehrzahl der Delegiertenstimmen
  2. Obama hat die Mehrheit der Wählerstimmen („popular vote“)
  3. Er hat die mit Abstand meisten Staaten gewonnen
  4. Er liegt in Umfragen, ob er oder Hillary Clinton die besseren Chancen gegen John McCain hätten, klar vorne
  5. Er liegt in Umfragen, wer besser geeignet sei, die Nation zu einen, klar vorne
  6. Er liegt in Umfragen, wer der glaubwürdigere Kandidat sei, klar vorne.

Alles klar, oder?

Nein. Denn da gibt es noch die Superdelegierten. Bei denen liegt Hillary Clinton vorn. Das ist nichts Neues. Interessant ist nur die Frage, die sich aus der gesamten Konstellation ergibt. Über die Wähler kann Hillary nicht mehr gewinnen. Nur noch über die super delgates.

Das weiß sie selbst am besten:

„There are elected delegates, caucus delegates and superdelegates, all for different reasons, and they’re all equal in their ability to cast their vote for whomever they choose. „

Wie kann sie die jetzigen Stimmen behalten und nach Möglichkeit mehren?

Sicher nicht dadurch – dürfte sie kalkulieren – dass sie den Wahlkampf wie zu Beginn führt. Also nicht relativ zurückhaltend, nicht relativ fair, nicht mit Augenmerk auf die Republikaner als Hauptgegner.

Hätte sie mit Verweis auf ihre vermeintliche Erfahrung zusätzliche Superdelegierte gewinnen können, wäre das bereits geschehen. Hätte sie mit Verweis auf ihre vermeintliche Befähigung als „commander-in-chief“ überzeugen können, hätte sie bereits Delegierte dazu gewonnen. Hätte sie mit ihrem größeren Hang zu akribisch dargelegten Gesundheitsprogrammen beeindrucken können, wäre auch das längst erfolgt.

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Damit bleibt nur die entgegen gesetzte Variante. All diese Eigenschaften müssen bei Obama in Abrede gestellt werden. Das macht sie bereits seit einiger Zeit, aber sie wird die Zügel noch anziehen, die Taktiken und Kommunikationsfelder werden sich erweitern.

Sie wird den restlichen Wahlkampf nur noch führen, um Obama in den Augen der Superdelegierten nach allen Regeln der Kunst zu diskreditieren. Ob es zum Erfolg führt, sei dahingestellt. al08de

Sie wird es versuchen. Weil es ihre letzte Chance ist. Weil es ihrem Naturell entspricht.

— Schlesinger