Clinton: Obama unaufrichtig beim Thema NAFTA

UPDATE: Die in letzter Minute ausgestrahlten Radiospots Clintons haben sich bezahlt gemacht. Viele der Wähler, die sich in letzter Minute entschieden haben, haben sich wahrscheinlich davon beeindrucken lassen:

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( Grafik, sowie sehr detallierte Infos zu den Wahlergebnissen in Texas und Ohio auf : MSNBC )

Die Verträge zur Nordamerikanischen Freihandelszone (NAFTA) sind ein strittiges und heikles Thema im Wahlkampf, insbesondere unter den zahlreichen „blue-collar-voters“ – den Arbeitern im Blaumann – im wirtschaftlich arg gebeutelten Ohio.

Die Freihandelszone wird von vielen dafür verantwortlich gemacht, dass immer mehr Amerikaner entweder ihre Arbeitsplätze verlieren oder es zunehmend niedrig dotierte Arbeitsplätze gibt, weil die Konkurrenz aus den Niedriglohnländern wie Mexiko nicht abgewehrt wird.

Nun hat Hillary Clinton in allerletzter Minute vor der Eröffnung der Wahlkabinen in Ohio einen Radiospot geschaltet, der Obama vorwirft, in Sachen NAFTA ein falsches Spiel zu spielen. Er würde sich öffentlich gegen die NAFTA aussprechen, aber hinterrücks mindestens mit den daran beteiligten Kanadiern absprechen, dies alles sei nur Politik, aber in Wirklichkeit würde sich nichts ändern.

Clinton zeigt sich einmal mehr von einer äußerst verschlagenen Art, indem der Spot dem äußeren Anschein nach als echte Nachrichtenmeldung von Associated Press (AP) läuft, um sich nur im letzten Satz als Werbespot zu erkennen zu geben.

Hier das Transcript:

„This is an election news update with a major news story reported by the AP. While Senator Obama has crisscrossed Ohio giving speeches attacking NAFTA, his top economic advisor was telling the Canadians that was all just political maneuvering. A newly released document from the Canadian government shows that Obama’s senior economic advisor met with the Canadian Consul General and made clear that Obama’s attack on NAFTA were just, quote, „political maneuvering,“ not policy. Political maneuvering, not policy. In fact, the document shows that Obama’s advisor also assured the Canadians that these attacks against NAFTA would not continue. Obama would not want to be, quote, „fundamentally changing the agreement.“ As Senator Obama was telling one story to Ohio, his campaign was telling a very different story to Canada. How will Ohioans decide whether they can believe Senator Obama’s words? We’ll find that out on election day. Paid for by Hillary Clinton for President.“

Obama dementierte diese Darstellung. Fürs erste wird man nicht wissen, was es mit dem Wahrheitsgehalt des Spots auf sich hat. Sollte die Behauptung zutreffen, wäre es der erste derbe Fehltritt Obamas mit unabsehbaren Folgen.

Stellt sich der Spot als Schmierkampagne heraus, dürfte es Clintons Ende sein.

— Schlesinger