An einen Baum gefesselt und verbrannt – Deir Jassin

Albert Einstein über das Massaker von Deir Jassin
Albert Einstein über das Massaker von Deir Jassin

Die israelische Armee ist nach eigener vielfacher Darstellung die „moralischste Armee der Welt“. Diese Beschreibung gibt es solange es Israel gibt.

Also eine 70 Jahre alte Lüge, kann man mit guten Gründen sagen.

Dass die „einzige Demokratie des Nahen Ostens“ in Teilbereichen funktioniert erkennt man daran, dass Historiker oder Journalisten gewisse Fundstücke aus den Staatsarchiven selbst dann publizieren können, wenn sie heikel sind. Genauer: Wenn sie israelische Kriegsverbrechen dokumentieren. Es kann freilich sein, dass sie dafür auf offener Straße angespuckt werden, und ein gewisses Risiko für Leib und Leben eingehen.

Ob solche heiklen Informationen in der israelischen Bevölkerung Gehör finden oder eher unter die Rubrik Verrat fallen, steht auf einem anderen Blatt.

Einmal mehr hat nun die letzte links-liberale Zeitung Israels, die Haaretz, einen fürchterlichen Archiv-Fund der Öffentlichkeit bekannt gemacht.

Massaker von Deir Jassin

Im April 1948 überfielen jüdische Milizen das arabische Dorf Deir Jassin. Das war während des sogenannten Unabhängigkeitskriegs, kurz vor der offiziellen Staatsgründung Israels.

Diese Milizen haben an den wenigen dort befindlichen bewaffneten Arabern und vor allem an der Zivilbevölkerung ein Massaker begangen.

Das ist seit langem bekannt und es wurde früh darüber berichtet, wenngleich es in der damaligen zionistischen Presse zu einer Lappalie verharmlost wurde.

In den neuen Archiv-Funden wird allerdings das ganze Ausmaß der Gräuel von Deir Jassin benannt, so wie auch andere Grausamkeiten aus dem Unabhängigkeitskrieg unlängst bekannt geworden sind.

Einige jüdische Milizionäre haben in Briefen oder Tagebüchern niedergeschrieben, was sie damals getan oder beobachtet haben.

Der Soldat Yehuda Feder schrieb:

Ich tötete einen bewaffneten arabischen Mann und zwei arabische Mädchen von 16 oder 17 Jahren, die dem Araber halfen, der schoss.

Ich stellte sie gegen eine Wand und streckte sie mit zwei Salven aus meiner Tommy-Maschinenpistole nieder

Plündern und stehlen

Yehuda Feder schreibt weiter

Wir stahlen viel Geld, und nahmen Silber- und Goldschmuck an uns

Was Feder wahrscheinlich nicht wußte: Das Plündern und Stehlen war bei jüdischen Milizen und dem Vorläufer der späteren Armee, der Haganah,  öfter anzutreffen als es der politischen oder militärischen Führung recht sein konnte.

Die Araber fliehen wie die Ratten

Yehoshua Zettler war Kommandeur einer Einheit des LECHI, einer der beteiligten Milizen. Er schrieb, die Araber würden wie die Ratten fliehen.

Und weiter, zur Zerstörung der Wohnhäuser:

Haus um Haus …

wir setzen Sprengstoff ein, und sie rennen davon.

Eine Explosion, und weitergehen, eine Explosion, und weitergehen,

und innerhalb weniger Stunden ist das halbe Dorf nicht mehr da.

Juden verüben ein Pogrom

Ein jüdischer Offizier aus dem Nachrichtendienst, der nach Deir Jassin beordert wurde nachdem die Kämpfe vorüber waren, fasste seine Eindrücke so zusammen:

Für mich sah es nach einem Pogrom aus. […]

Als die Kosaken damals in jüdische Viertel [in Rußland] einbrachen, dann hat das ungefähr so ausgesehen wie hier. […]

Mein vorherrschender Eindruck war, dass es ein Massaker war.

Lebendig verbrannt

Shragi Peled, ein anderer Nachrichtenoffizier, berichtete folgendes:

Als ich nach Deir Yassin kam, sah ich zuerst einen großen Baum, an den ein junger Araber gebunden war. […]

Sie hatten den Araber an den Baum gebunden und ihn verbrannt.

Einstein über Deir Jassin

Wenige Tage nach dem Massaker schrieb Albert Einstein an einen jüdischen Offiziellen in New York, er wünsche nicht, dass irgend jemand mit diesen Kriminellen gemeinsame Sache mache.

Einer dieser Kriminellen war Yitzhak Shamir, ein späterer Ministerpäsident Israels.

Die Mär von der moralischsten Armee hat damals nicht gestimmt, und sie stimmt heute nicht.

Kein bisschen.

Aber am Ende, an irgendeinem zukünftigen Ende wird Ruhe sein und Frieden, wie die Palestine Post schon damals wußte.

— Schlesinger

PS.: Wie so oft versagt die Schwarmintelligenz für Wikipedia auch in diesem Fall. Das Massaker heißt auf Wikipedia nur noch so, aber ist dort als ein ziemlich normaler Kampf mit Nebenwirkungen dargestellt. Die Rechtfertiger der Untaten kommen auf ihre Kosten.

Photo:  VeteransToday  (gemeinfrei)