Wie im Stürmer: Herausgeber der Jüdischen Rundschau hetzt gegen Merkel

Der Stürmer
Der Stürmer

Durch Zufall bin ich auf die online-Ausgabe der Jüdischen Rundschau und ein Grußwort ihres Herausgebers Dr. Korenzecher zum 70. Geburtstag Israels gestoßen.

Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zum letzten mal in einer auf den ersten Blick seriös wirkenden Zeitschrift einen redaktionellen Beitrag gelesen habe, der so herablassend, ehrabschneidend und haßerfüllt ist, wie diese Kolumne von Rafael Korenzecher.

Über Palästina:

Palästina [ist ein] Etikettenschwindel für eine frei erfundene Identität arabischer Usurpatoren

Im Klartext: Ein arabisches Palästina gibt es nicht. Dieses Palästina ist eine Erfindung, und zwar von arabischen Besatzern, die unrechtmäßig auf israelischem Land leben

Die deutsche Politik in Bezug auf Israel ist gekennzeichnet durch eine:

Anstand und vor allem Vernunft entbehrende Politik

[und eine]

praktizierte Leugnung des geschichtlichen Anrechts des jüdischen Volkes auf sein Stammland in Judäa, Samaria und Galiläa

Deutschland mit islamischen Schurkenstaaten verbündet

wobei diese Leugnung erfolgt

in trauter Verbundenheit mit islamischen Schurkenstaaten

Kanzlerin Merkel habe sich nur zu einem minimalen Grußwort zum Geburtstag Israel durchringen können

aus gewohnter Rücksichtnahme auf die von ihr gern hofierten islamischen Unrechtssysteme und die zwischenzeitlich in großer Zahl in ihrer und in der ebenfalls abgewählten Partei ihres Koalitionspartners befindlichen muslimischen Parteigenossen

Hinsichtlich der Ausdehnung Israels gilt jedenfalls: Das Land habe einen

historisch legitimierte[n] Anspruch auf sein jahrtausendealtes Staatsgebiet und seine ungeteilte Hauptstadt Jerusalem

Nach Ansicht von Hr. Korenzecher sind die Neuen Bundesländer nach dem Mauerfall nicht durch die damaligen Beitrittsverhandlungen auf Grundlage des Grundgesetzes zum damit vereinigten Deutschland gelangt, sondern aufgrund der

Annexion der Ostzone durch die BRD

Bundespräsident Steinmeier Terroristen-Freund und Israel-Feind

Bundespräsident Steinmeier ist ein

sich zu Ehren des arabischen Terroristen Arafat verbeugende[r] Trump- und Israel-Feind

Hierzulande sehen wir eine

seit bereits mehr als zwölf Jahren die Bundesrepublik Deutschland überfordernde Kanzlerschaft Merkel

die gekennzeichnet ist durch

Islam-Anbiederung, Distanzierung von den USA, Israel-Diffamierung

und

ungesühnt bleibende islamische Prügelattacken auf Juden*

Israel ist kein Besatzer – sondern Befreier!

Deutschland soll hinsichtlich des von Israel seit 50 Jahren militärisch besetzten Westjordanlands gefälligst verzichten auf die

geschichtsklitternde Falschbezeichnung „besetzte Gebiete“ für das durch Israel aus jordanischer Okkupation befreite Judäa und Samaria**

Der ehemalige US Präsident Barack Obama wird vom Herausgeber der Rundschau so bezeichnet, wie es die Ultra-Rechte in den USA tut: Ein

Islam-affine[r] Israelfeind [namens] B. Hussein Obama***

Für den amtierenden US Präsidenten Trump kann sich Hr. Korenzecher mehr als erwärmen. Mit Trump sehe man den

Erfolg seiner von Vernunft und gesundem Menschenverstand getragenen Politik nach innen und außen.

Trumps Erfolge erzeugen bei Merkel geifernde Weißglut

Diese großartige US-Politik von Trump – gemeint sind dabei vor allem auch die Anerkennung Jerusalems als Haupstadt Israels und die Verlegung der US Botschaft dorthin – bringe Korenzecher zufolge

die hiesige politische Merkel-Entourage und ihre noch weiter links stehenden Unterstützer aus dem Lager der grünen und roten Wähler-Bevormunder […]

zur geifernden Weißglut

Mit dieser „geifernden Weißglut“  – wer hat allen Ernstes jemanden aus der Regierungskoalition oder der SPD oder den Grünen wegen Trump „geifern“ gesehen, ganz abgesehen von der aberwitzigen Steigerung „geifernde Weißglut“? – mit dieser Formulierung also hat sich der Herausgeber der Rundschau aufgewärmt, um nun richtig vom Leder zu ziehen. Hier habe ich mich tatsächlich an die Stürmer-Lektüre aus Studienzeiten erinnert.

Ist Bundeskanzlerin Merkel ein Schädling?

Korenzecher erstellt für die von ihm so genannte „Merkel-Entourage“ – die die SPD und die GRÜNEN mit einschließt – folgende Charakterstudie:

Sie hassen Trump,
sie hassen Israel,
weil sie gesunden Menschenverstand und fremde Erfolge hassen,
die ihnen nur allzu deutlich ihre eigene Unzulänglichkeit,
ihre Bedeutungslosigkeit
und ihre
schädliche Nutzlosigkeit
aufzeigen.

Wollte Herr Dr. Korenzecher vielleicht etwas anderes sagen, als er die Wörter „schädlich“ und „nutzlos“ zu Papier brachte?

Kam ihm etwas in den Sinn wie …  „Schädlinge“ … oder „Unnützes Leben“?

Das kann ich mir angesichts des Tenors seiner Kolumne gut vorstellen.

Aber das ist nur die schlichte Meinung von jemandem, der schon viele politische Texte gelesen hat, Texte von heute, und von früher.

Nach diesen rhetorischen Höhen – oder ist es doch bloß geifernde Weißglut? –  ist es auch schon egal, dass die Schmährede Korenzechers über Frau Merkel munter weiter geht mit

ihrer allseits belachten,
enthirnt-hysterischen,
grün-diktierten Klima- und Atomausstiegs-Politik

oder dem Deutschland bedrohenden

islamischen Krebsfraß

Nachdem der ehrenwerte Herr Korenzecher sehr stürmisch gesagt hat, was seiner Meinung nach gesagt werden musste, stellt er klar, dass er und seine Zeitung die eigentlichen Opfer sind, weil sie sich etwas zu sagen trauen:

Sie, unsere Leser, wissen, dass die JÜDISCHE RUNDSCHAU und der Herausgeber seit vielen Jahren – nicht erst seit gestern – angefeindet von der linken Politik und den sich bei ihr anbiedernden jüdischen Funktionären […]

Der Herausgeber der Jüdischen Rundschau ist also Opfer nicht nur von  CDU-SPD-GRÜN-LINKER Hetze, sondern auch von „jüdischen Funktionären“?

Ist das noch Drama, oder doch schon wieder Komödie?

— Schlesinger

Grafik: Der Stürmer (Wikimedia gemeinfrei)

* Meldung SWR: „Nach der Attacke auf einen Kippa tragenden Israeli in Berlin ist der Angreifer [nach Jugendstrafrecht] zu vier Wochen Arrest verurteilt worden. […] Außerdem wird er für ein Jahr unter Erziehungsaufsicht gestellt.

** Wer klittert hier? Im Vorfeld des israelischen Unabhängigkeitskriegs von 1948 haben sich die zionistischen Führer um Ben-Gurion und Golda Meir mit dem jordanischen König Abdullah darauf verständigt, dass Jordanien das Westjordanland kampflos übernehmen kann, solange es sich nicht mit Ägypten oder Syrien militärisch gegen die jüdischen Truppen wendet. Im Großen und Ganzen wurde diese Vereinbarung eingehalten.  Im Siegesrausch des Sechstagekriegs von 1967 hat sich Israel diese Gebiete dann geholt, und nach 1948 gleich eine zweite arabische Vertreibung in Gang gesetzt. Historische Abhandlungen zu beiden Aspekten gibt es reichlich. Empfehlung: Avi Shlaim, Collusion over the Jordan, 1988

*** Die Ausgaben für militärische Unterstützung der USA für Israel haben unter Barack Obama nie zuvor erreichte Größen angenommen.