Tagebuch Theodor Herzl – 04.04.1897

theodor_herzlDer Sultan u. seine Räthe kennen den Judenplan. Ich habe mit den türkischen Staatsmännern ganz offen gesprochen, u. sie haben es nicht übel genommen.

Als unabhängigen Staat wollen sie uns Palästina nicht geben, aber als Vasallenstaat (vielleicht wie Egypten) könnten wir das Land unserer Väter in kürzester Zeit bekommen.[…]

Beim Zerfall der Türkei würde uns oder unseren Söhnen dann Palästina zufallen. War der Plan so unsinnig? Das finanzielle Arrangement [das Hilfsangebot zur Sanierung des türkischen Haushalts durch jüdische Bankiers] war noch einfacher, wenn die [jüdischen] Geldmagnaten wie ich es vorschlug mitgegangen wären. […]

Da es nicht so ging, muss es anders gehen. Sie irren sich [die Bankiers], glaube ich, wenn Sie von den Massen keine Geldkraft erwarten.[…]

Käme es aber zu einer Spaltung zwischen den „grossen“ Geldjuden* u. uns, so werden wir nicht übel daran sein sondern Jene.

Photo: Theodor Herzl (Wikipedia, gemeinfrei)

* Theodor Herzl war ein erbitterter Kritiker der grossen jüdischen Geldhäuser wie zB den Rothschilds.

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Veröffentlicht in Ägypten, Israel, Zionismus

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Israel - Zitat des Tages

 De facto, approximately one million Jews - Haredim and part of the settler community - have ceased accepting the authority of the state. Add to this that most of Israel’s 1.5 million Arabs do not identify with the state and you get a society without little cohesion and a state whose legitimacy is question from within and from without.

Carlo Strenger
(Journalist der isr. Tageszeitung Haaretz. Über die Gefährdung der israelischen Demokratie)

Presseschau Naher Osten (englisch)

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