Israel hat Vereinte Nationen nur 1 mal gebraucht

Für Israel sind die Vereinten Nationen ein Hort des Bösen.

Dort ist alles versammelt, was gegen Israel oder antisemitisch ist. Oder beides.

Israel fühlt sich daher auch nicht an die zahlreichen Resolutionen der UN gebunden, die sich gegen die Besatzung arabisch-palästinensischer Gebiete richten oder Menschenrechtsverstöße der israelischen Armee oder der Sicherheitskräfte rügen.

Nur ein mal wurden die Vereinten Nationen gebraucht: Als es 1947 um  den Teilungsplan für Palästina ging, damit man den eigenen Staat ausrufen konnte:

Im November 1947 befürwortete die UN Generalversammlung die Teilung Palästinas in einen jüdischen und arabischen Teil.

Für die Zionisten um David Ben-Gurion und Chaim Weizmann war das ein großer Erfolg. Ihre Unterstützer hatten im Vorfeld der UN  Entscheidung eine hoch effiziente diplomatische Lobbyarbeit betrieben – ganz im Gegensatz zu den Arabern.

Mit der Ausrufung des Staates Israel am 14. Mai 1948 begann der offizielle Krieg der Araber gegen Israel.

Die israelische Armee erwies sich als wesentlich schlagkräftiger und besser organisiert als alle arabischen Armeen – sieht man von der kleinen, aber effizienten Arabischen Legion Jordaniens ab. Trotzdem gab es in den ersten Wochen des Kriegs einzelne herbe Niederlagen.

In dieser Phase vermittelte Graf Folke Bernadotte, der Unterhändler der Vereinten Nationen, einen Waffenstillstand, der im Juni 1948 umgesetzt wurde.

Da die politische  und militärische Führung um Ben-Gurion wußte, dass die sehnlich erwarteten weiteren Waffenlieferungen aus der Tschechoslowakei im Zulauf waren, kam der vierwöchige Waffenstillstand gelegen.

Auf israelischer Seite wurden gewaltige Anstrengungen unternommen, um sich neu und besser zu positionieren. Die Araber blieben tatenlos. Nur in Worten waren sie stark wie immer. Schon im Vorfeld des Waffenstillstands tönte die Arabische Liga, man werde den Krieg nach den vier Wochen fortsetzen, wenn die Teilung Palästinas weiter bestehen würde. Zu diesem Zeitpunkt war so gut wie alle arabische Initiative gebrochen.

Der Reporter der „Palestine Post“ David Courtney schrieb am 11. Juni 1948, der Waffenstillstand sei aus militärischer Sicht nachteilig, denn er sah vor, dass sich beide Seiten an die ursprüngliche Grenzziehung hielten. Politisch sei es weise, dass Israel der Waffenruhe zustimme, so Courtney weiter, denn damit zeige man Loyalität zu den Beschlüssen der UN und dürfe erwarten, dass sich die UN an ihre Beschlüsse halte. Gemeint war der Teilungsplan, der zum Schrecken der Zionisten kurzzeitig zur Debatte stand.

Israel konnte in den vier Wochen seine militärische Überlegenheit ausbauen und anschließend verstärkt zur Offensive übergehen.

Unmittelbar nach Wiederaufnahme der militärischen Auseinandersetzung im Juli wurden die beiden Städte Ramle und Lydda erobert. Beide waren laut UN Teilungsplan für den palästinensischen Staat vorgesehen. Die Einwohner der beiden weitgehend verteidigungslosen Städte wurden vertrieben.

Nachdem Israel im Zug des weiteren Kriegs sein Gebiet deutlich ausdehnen konnte, war man nicht mehr auf die Hilfe der Vereinten Nationen angewiesen. Man benötigte nur noch jemanden, der einem den Rücken freihielt für alles, was kommen mochte. Das waren und sind bis heute die USA, mal mehr, mal weniger überzeugt von dieser Rolle.