Israel verweigert Palästinensern Zugang zu Gasvorkommen

Herr Dr. Münch, Nahost-Reporter der Süddeutschen Zeitung, ist ein schlechter Journalist.

Weil er nicht gut schreibt? Keinen Spannungsbogen aufbaut? Keine aktuellen oder keine brisanten Themen aufgreift?

Nein, denn das hat jeder gelernte Reporter im Handgepäck.

Peter Münch ist ein schlechter Journalist, weil man ihm aufgrund seines laxen Umgangs mit einfachen Tatsachen nicht trauen kann.

Er blendet Tatsachen dort aus, wo sie im Kontext dringend nötig wären. Oder er verdreht die Tatsachen so, dass sie als etwas Anderes erscheinen (als „falsche Tatsachen“?).

In der Ausgabe der SZ vom 16.Mai 2014 geht es um einen Streit zwischen Israel und Deutschland. Offenbar zögert Berlin, die zuvor zugesagte  Waffenlieferung von Fregatten zu bezuschussen.

Bis dahin gibt es nichts am Bericht auszusetzen.

Dann schreibt Münch:

Es soll sich um drei mit Raketen bestückte Schiffe handeln, die zur Sicherung der riesigen israelischen Gasvorkommen im Mittelmeer eingesetzt werden könnten.

Riesige israelische Gasvorkommen im Mittelmeer

Es gibt riesige israelische Gasfelder im Mittelmeer. Korrekt.

Die Süddeutsche unterschägt allerdings, dass es dort auch riesige palästinensische Gasvorkommen gibt.

Gasfelder Palästina
Gasvorkommen vor Gaza

Das sogenannte „Levantinische Becken“ erstreckt sich vor der östlichen Mittelmeerküste – also vor Syrien, dem Libanon, Israel und Palästina/Gaza über eine Fläche von 83.000 Quadratkilometern.

Vor der Küste Israels wurden bislang die großen Felder Tamar, Leviathan und Dalit erschlossen.

Vor der Küste von Gaza wurden durch den britischen Konzern BG (British Gas) zwei erfolgreiche Probebohrungen vorgenommen.

Mit dem damaligen palästinensischen Präsidenten Arafat wurden erste Verträge zur Förderung abgeschlossen.

Dann kam im Jahr 2000 die Zweite Intifada – der israelische Ministerpräsident hieß inzwischen Ariel Scharon – und die Hamas gewann im Frühjahr 2006 die Wahlen in Gaza.

Israel fürchtete, die Palästinenser würden ihre Erträge aus dem Gas-Geschäft zur Finanzierung von Terror nutzen.

Jerusalem unternahm alles, damit die Verträge mit den Palästinensern auf Eis gelegt werden – und hatte Erfolg.

Während Israel auf dem besten Weg ist, zu einem Gas-Exporteur ersten Grades zu werden, müssen Ramallah und Gaza weiter am Hungertuch nagen. Der Wohlstand liegt den Palästinensern vor der Nase. Nur haben sie keine Regierung, die Israel genehm ist. Also bestimmt Israel ein weiteres mal, was Palästina darf und was es nicht darf.

Peter Münch, der seit langem aus Israel berichtet, ist mit den Hintergründen zum Thema Gasvorkommen ganz sicher vertraut.

Er hätte also schreiben können:

Es soll sich um drei mit Raketen bestückte Schiffe handeln, die zur Sicherung der riesigen israelischen Gasvorkommen im Mittelmeer eingesetzt, und dazu benutzt werden könnten allen unliebsamen Parteien den Zugang zu den gefundenen palästinensischen Gasvorkommen zu verwehren.

Man könnte nun einwerfen, der Beitrag Münchs drehe sich doch um die deutschen Waffenlieferungen und nicht um Gas… Gut. Sehen wir davon ab, dass der Hinweis auf die Sicherung von Gasvorkommen von ihm stammt.

Dann hätte sich der Hinweis auf die mutmaßliche Funktion der deutschen Fregatten auf etwas viel naheliegenderes beziehen können: Dass Israel den Palästinenser aus Gaza systematisch den gebührenden Zugang zum Meer absperrt und jeden, der mehr als 3 Seemeilen aufs Meer fahren will, mit Polizei- oder Marineschiffen abfängt und regelmäßig auch beschießt. Das gilt auch für zivile „Free-Gaza“ Protestschiffe, wie man seit längerem weiß.

So aber berichtet Münch unverdrossen weiter als Gefälligkeits-Reporter, der aus Gründen der „Glaubwürdigkeit“ ab und zu auch ein Körnchen Kritik unter seine Texte streut.

Grafik: BG