Zur Schönheit jüdischer Siedlungen

Theodor Herzl, der Begründer des modernen Zionismus, beschrieb in seinem visionären Werk „Der Judenstaat„, wie man in der künftigen Heimat – also dem heutigen Israel – leben wird:

Die Arbeiterwohnungen (worunter die Wohnungen aller Handarbeiter begriffen sind) sollen in eigener Regie hergestellt werden.

Ich denke keineswegs an die traurigen Arbeiterkasernen der europäischen Städte und nicht an die kümmerlichen Hütten, die um Fabriken herum in Reih‘ und Glied stehen.

Unsere Arbeiterhäuser müssen zwar auch einförmig aussehen – weil die Company nur billig bauen kann, wenn sie die Baubestandtheile in grossen Massen herstellt – aber diese einzelnen Häuser mit ihren Gärtchen sollen an jedem Orte zu schönen Gesammtkörpern vereinigt werden.

Die natürliche Beschaffenheit der Gegend wird das frohe Genie unserer jungen, nicht in der Routine befangenen Architekten anregen, und wenn das Volk auch nicht den grossen Zug des Ganzen verstehen wird, so wird es sich doch wohlfühlen in dieser leichten Gruppirung.

Und so sehen die wie aus der Schablone gestanzten Siedlungen in der Westbank aus:

jüdische Siedlung Westjordanland
Ein schöner Gesamtkörper?

Wie kommts, dass solche hässlichen Häuser-Klumpen vor allem in der von Israel besetzten arabischen Westbank für die jüdischen Siedler gebaut werden?

Sehr einfach: Es kommt zuerst auf die politische Absicht an. Israel will die Westbank (= Judäa und Samaria) so schnell wie möglich mit so viel wie möglich Siedlungen überziehen. Die magische Marke von 500.000 Siedlern ist schon längst überschritten. Je stärker die Präsenz von Siedlern und Militär, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass die gegängelten Palästinenser resignieren und / oder auswandern.

Photo: Decode Jerusalem (Wiki CC Lizenz)