Wer steckt hinter dem Anschlag von Burgas?

18. Juli vergangener Woche: Im bulgarischen Burgas zündet ein Selbstmordattentäter in einem Reisebus mit israelischen Insassen eine Bombe.

Fünf Israelis und der bulgarische Tourführer werden getötet, 34 weitere Menschen zum Teil schwer verletzt.

Ein krimineller, verabscheungswürdiger Akt.

Für Israels Premierminister Netanjahu ist klar, dass die schiitische Hisbollah und damit der Iran hinter dem Anschlag stecken.

Schwede, algerische Herkunft, Guantanamo-Häftling

Aus Bulgarien kommt die Information, dass der Tatverdächtige Mehdi Ghezali (33) ein schwedischer Bürger algerischer Abstammung ist, der früher offenbar Häftling in Guantanamo war, nachdem er in Pakistan als irregulärer Kämpfer aufgegriffen worden war.

Nicht näher benannte amerikanische „Offizielle“ sagten gegenüber der New York Times, der Tatverdächtige sei dem Kader der Hisbollah zuzurechnen.

Bulgarien warnt indessen vor voreiligen Schlüsse. Man solle beim derzeitigen Stand der Dinge auf kein Land und keine Organisation zeigen.

Unlängst wurden in Kenia zwei Iraner festgenommen, die im Besitz von Sprengstoff waren und die mutmaßlich Attentate auf jüdisch geführte Hotels in Mombasa geplant hatten.

Seit Februar diesen Jahres gab es Attentatsversuche bzw. durchgeführte Anschläge in Georgien, Indien, Thailand und Cypern.

Hier kann durchaus ein Muster gesehen werden, in das sich der Anschlag von Burgas einzufügen scheint.

Auch wenn die Drahtzieher im Einzelfall schwer zu identifizieren sein dürften kann man mit einiger Berechtigung annehmen, dass diese Art von niedrigschwelliger Konfliktführung durchaus nach dem Geschmack der iranischen Führung ist, und sei es in Antwort auf die Serie von Anschlägen auf iranische Atomwissenschaftler.

Voreilig scheinen mir Versuche, Teheran im Fall Burgas weiß zu waschen.

Israelische Ex-Militärs: Sorgen wegen Netanjahus Kriegsneigung

In dieser Lage sprach Amos Harel von der Haaretz mit fünf vormals höchstrangigen Militärs. Das Ergebnis:

All these interlocutors [Gesprächspartner] are very worried about what they perceive as the prime minister’s, and the defense minister’s, increasing inclination to attack Iran.

Vor dem Hintergrund der andauernden Debatte um einen möglichen israelischen Präventivschlag gegen Irans Atomanlagen ist diese Art der Konfliktführung- und -schürung ein Spiel mit dem Feuer.

Bisweilen hat man das Gefühl, beiden Seiten wollten den Schlagabtausch.

— Schlesinger

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