Lesetipp: Rassismus in Israel (Haaretz)

Wäre Bradley Burston nicht jüdischer Herkunft und wäre er nicht namhafter Journalist bei der israelischen Tageszeitung Haaretz – dann würde er unter den Ewig-wahren-Freunden-Israels als Feind Israels und Antisemit gelten.

Denn pointierter fällt auch in „linken“ westlichen Medien kaum eine Kritik aus:

What’s left of Israel’s good name, will not survive this government.

Day by day, public officials disgrace themselves and their country, doing their high-decibel best to prove the contentions of Israel’s worst enemies.

Fascism? Start with a look at the past year’s legislative agenda.

Ethnic cleansing? Count the Palestinians stripped of their residency rights, a quarter million in all.

Apartheid? Look under: Compensation for five illegal settler houses. Or under: Occupation forever.

Zionism is Racism? The very public statements of two legislators in Benjamin Netanyahu’s Likud – both of them entrusted with fostering Israel’s image here and abroad – terming African refugees and migrants as a whole, a „cancer“ and a „plague.“

Doch man beachte: Burston betont, dass diese Regierung (Netanjahu) die demokratische Ausrichtung Israels beschädigt. Faschistische Tendenzen, Apartheit, Rassismus können nur dann ein Land prägen, wenn die Regierung Träger solcher Politiken ist.

In Israel scheint klar zu sein, wer im Land die größte politische Motivation hat. Die Siedler, die Ultraortodoxen und die national-religiöse Rechte. Die nominelle Mehrheit im Land – die Säkularen – lassen sich die Zumutungen der Minderheit gefallen.

Passen sie nicht auf, wird ihnen das Land genommen. Sofern es ihnen je gehörte, und nicht den „19 Familien“ der Superreichen, die mit der Besatzung bestens verdienen (Rüstung, Immobilien, Grundstücksgeschäfte, Bodenschätze, Wasser).

— Schlesinger