Israels Armeechef: Nächste Attacke auf Gaza wird effizienter

Chief of Staff Lt. Gen. Gantz Visits Gaza Division

Benny Gantz sieht eine neue Operation gegen Gaza kommen.

Gantz ist Generalstabschef der israelischen Armee (IDF). Die jüngsten Raketenangriffe des Islamischen Jihad (der radikal-militanten Gruppierung, die in Konkurrenz zur Hamas steht) liessen kaum eine andere Wahl.

Wichtig sei dabei, so Gantz, dass die Dauer des Einsatzes kurz ist. Das werde ermöglicht durch besonders schnelle Operationen, die sich auf erstklassige („high-quality“) Geheimdienstinformationen stütze.

Das setze eine hohe Einsatzbereitschaft der Armee voraus und die Aufrechterhaltung ihrer personellen Ressourcen.

Andernfalls werde man dafür verantwortlich gemacht, die Errungenschaften der letzten vier Jahre zunichte zu machen.

Errungenschaften der letzten vier Jahre?

In 2006 erlitt die IDF in ihrem materiell gewaltigen Einsatz gegen die Hisbollah vor allem im Süden des Libanon empfindliche Verluste. Wohlgemerkt: Die leistungsfähigste Armee des Nahen Ostens war zwar in der Lage, den zivilen Libanon in Grund und Boden zu bombardieren*, schaffte es aber nicht, sich gegen ein paar Hundert eingegrabene Hisbollah-Kämpfer zu behaupten.

Dann kam die große Stunde der IDF. Im Dezember 2008 marschierte die IDF in Gaza ein – Operation „Gegossenes Blei“ – und rächte sich für die Schmach, die sie zwei Jahre zuvor erlitten hatte. 1400 Palästinenser kamen ums Leben, der Großteil davon Zivilisten. Die Strategie dazu wurde aus den Erfahrungen des Libanonkriegs in der Dahiyeh-Doktrin formuliert: Man werde mit „unproportionaler Härte“ gegen den Feind vorgehen. Dieses Versprechen hat man mit Genugtuung eingehalten.

Dann zeigte man im Mai 2010 den Aktivisten der Gaza-Hilfsflotte, dass man sich besser nicht mit der israelischen Marine anlegen sollte.

Den rabiaten Siedlern in der Westbank allerdings, die in ihrer „Preisschild“-Politik nach Gutdünken palästinensische Olivenhaine abbrennen, Moscheen brandschatzen oder verschmutzen, Brunnen konfiszieren und nicht zuletzt Personen verletzen oder töten, steht die Armee weitgehend machtlos gegenüber, zumal sich in ihren Rängen immer mehr radikale Siedler befinden.

So großartig sind die Errungenschaften der IDF.

Man muss nur den richtigen Blick dafür haben. Schon sieht man sie.

Sehen Sie sie?

— Schlesinger

Photo: Israel Defense Forces via Flick (CC Lizenz)

 

2 Comments

  1. @IronDome Das Recht auf Selbstverteidigung hat jeder. Aber Israel nimmt immer wieder die gesamte Bevölkerung als Geisel und straft kollektiv. Sei es im Libanon oder in Gaza oder im Westjordanland. Das ist nicht nur inhuman sondern auch gegen das Völkerrecht.

Comments are closed.