Kriegsverbrechen der israelischen Armee (6)

Kriegsverbrechen Israel
Breaking the silence

Breaking the Silence dokumentiert Kriegsverbrechen Israels

Wenn Soldaten das Schweigen brechen

Die israelische Organisation „Breaking the Silence“ wurde 2004 gegründet. Seitdem hat diese Organisation von mehr als 1000 Soldaten, die in den besetzten palästinensischen Gebieten gedient haben, Zeugnisse gesammelt und veröffentlicht. Diese Berichte beschreiben Tausende von Ereignissen, die im Laufe der Jahre in verschiedenen militärischen Einheiten  stattgefunden haben. 

Natürlich ist diese Gruppe in Israel höchst umstritten.

Viele Politiker und Bürger sehen diese Soldaten als Landesverräter.

Das ist verständlich, denn in Israel wird schon im Kindergarten und in den Vorschulen gelehrt, wie glorreich und heldenhaft die Armee ist. Die politische und militärische Führung Israels wird nicht müde, ihre Armee als besonders „moralisch“ darzustellen.

Wer das schon als Kind verinnerlicht kann später kaum glauben, dass die Wirklichkeit ganz anders aussieht.

Die verbleibenden Zweifler werden regelmäßig auf den Holocaust verwiesen; damit wird Kritik an der Armee pauschal unterbunden.

In Israel will kaum will solche Berichte von Soldaten hören, die im besetzten Westjordanland ihren Dienst taten:

Araber aus Zeitvertreib verprügeln

Aussage eines Soldaten der Kfir-Brigade, Einsatzort Hebron, 2006/7 :

Wir haben dauernd Araber zusammen geschlagen, das war nichts Besonderes.

Einfach zum Zeitvertreib.

Scheißt hin wo ihr wollt

Ein Pionier-Soldat berichtet über das Verhalten seiner Kameraden während Haus-Durchsuchungen von Palästinensern, Bethlehem, 2001:

sie haben auf die Sofas geschissen

sie haben alle Anzüge gestohlen, die im Schrank waren

sie sind mit Panzern über die Autos gefahren

Zielt auf die Augen

Ein Artillerie-Soldat, Einsatzort Kalkilia, 2000, über eine mündliche Dienstanweisung zum Gebrauch von speziellen Gummigeschossen:

Zielen Sie auf die Augen,
so dass ein Auge wegfliegt,
oder auf den Bauch,
damit sie [die Kugel] in den Bauch eindringt.

Die israelische Armee verweist gerne darauf, dass sie aus humanitären Gründen lieber Gummigeschosse verwendet als normale Munition.

Über die gesprengte Mutter lachen

Ein Soldat der Givati-Brigade erzählt über einen Einsatz im Gazastreifen, 2008, bei dem eine Tür in dem Moment gesprengt wurde, als die Mutter im Haus sie öffnen wollte; sie wurde zerrissen:

Und dann sind ihre Kinder hergekommen und haben sie gesehen,
ich habe davon während des Abendessens nach der Operation gehört,
einer hat gesagt, dass es lustig war,
und alle haben sich über die Situation kaputt gelacht,
als die Kinder ihre auf der Wand verteilte Mutter gesehen haben.

Ihr habt nichts zu befürchten

Ein besonderer Aspekt durchzieht viele dieser Berichte:

Die Vorgesetzten haben ihren Soldaten entweder direkt oder indirekt klar gemacht, dass sie aufgrund ihrer Aktionen nichts zu befürchten hätten.

Würde gerne Araber abschlachten

Neben den oben angeführten freiwilligen Berichten gibt es auch Berichte, die zwar freiwillig abgegeben wurde, aber nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren. Dazu gehören Vorkommnisse wie die einer früheren Soldatin, die auf Facebook freimütig sagt, dass sie gerne ein paar Araber abschlachten würde.

So etwas sieht die PR-Abteilung der israelischen Armee gar nicht gern.

Nun ist das alles grauenhaft, aber es darf niemand glauben, dass die israelische Armee damit besonders unmenschlich wäre.

Ist sie nicht. Sie ist nur nicht die „moralischste Armee“ als die sie sich darstellt.

— Schlesinger

Teil 1 : Die moralischste Armee der Welt

Übersetzung aus der engl. Version von „Breaking the Silence“ durch mich.

Logo: Breaking the Silence